Vitamin D - Teil 1
-nicht nur zur
Vitamin D ist eines der interessantesten Vitamine der letzten Jahre.
Während man nach seiner Entdeckung in der ersten Hälfte des 20.
Jahrhunderts glaubte, Vitamin D sei nur zur Prophylaxe und Therapie von
Rachitis und
Im Folgenden möchte ich Ihnen nur eine kleine Auswahl von aktuellen Studien vorstellen, die in den letzten Monaten in der weltweit größten medizinischen Datenbank Medline gelistet wurden und die ich innerhalb weniger Minuten aufgespürt habe.
Vitamin D -
In dieser Studie (Llewellyn DJ et al: Vitamin D and risk of cognitive decline in elderly persons. Arch Intern Med. 2010 Jul 12;170 (13):1135-41) wurden Menschen mit schlechter Vitamin D Versorgung (< 25 nmol/l) mit Menschen mit guter Vitamin D-Versorgung (> 75 nmol/l) verglichen. Bei Probanden mit niedrigen Vitamin D-Spiegeln im Blut kam es 60% häufiger zu einem vorzeitigen geistigen Abbau. Eine gute Vitamin D-Versorgung gibt also keine Sicherheit, geistigen Abbau im Alter aufzuhalten, stellt aber möglicherweise einen Faktor dar, der diesen Abbau zumindest zu bremsen vermag. Gerade ältere Menschen sind aber häufig von einem Vitamin D-Mangel betroffen.
Demenz – durch gute Vitamin D-Versorgung teilweise zu vermeiden
In dieser Meta-Analyse (Zusammenfassung verschiedener gleichartiger Studien, Wu SH, Ho SC, Zhong L: Effects of vitamin D supplementation on blood pressure. South Med J. 2010 Aug;103(8):729-37.) fand sich unter Vitamin D-Ergänzung eine durchschnittliche Blutdrucksenkung von 2,44 mmHg. Das scheint nicht sehr viel zu sein, ist im Einzelfall eventuell noch nicht einmal messbar. Auf die gesamte deutsche Bevölkerung bezogen darf man aber davon ausgehen, dass allein eine solche Blutdrucksenkung mehrere tausend Herzinfarkt und noch mehr Schlaganfälle pro Jahr zu vermeiden geeignet wäre. Aus der
Grundlagenforschung wissen wir, dass Vitamin D u. a. in den
Renin-Angiotensin-Mechanismus eingreift, der maßgeblich für die
Blutdruckregulation ist. Hier setzen die
Bluthochdruck ist bei älteren Menschen weit verbreitet. Vitamin D kann hier helfen.
Dass
Vitamin D die Knochendichte erhöht und so vor
Bei
Störungen der psychischen Befindlichkeit steht die Depression ganz vorn.
Man gewinnt geradezu den Eindruck, dass sich Depression zu einer
Volksseuche entwickelt. Die Spannbreite reicht dabei von Zuständen
leichter Schwermut bis hin zu vollendetem Suizid. Die folgende Studie
betrifft zwar nur
hat man herausgefunden, dass die Prognose von Herzkrankheiten sich dramatisch verschlechtert, wenn der Patient depressiv ist. Die folgende Studie (May HAT et al: Association of vitamin D levels with incident depression among a general cardiovascular population. Am Heart J. 2010 Jun;159(6):1037-43.) untersuchte 7358 Herzpatienten im Alter von über 50 Jahren. Die Vitamin D-Spiegel wurden dabei mit dem Risiko (RR = relatives Risiko) für eine Depression verglichen.
Das Risiko einer optimalen Versorgung (Werte über 40 ng/ml gelten als optimal und werden von den allerwenigsten Menschen in Deutschland erreicht. Je niedriger die Werte sind, umso stärker steigt das Risiko für die Entwicklung einer Depression an. Überraschend war es dabei für mich, dass der Unterschied zwischen eigentlich optimalen Werten (31-50 ng/ml: 1,95) und gravierendem Mangel (<16 ng/ml: 2,70) zwar deutlich, aber gar nicht so riesig war.
Der
Normalbereich auf deutschen Laborzetteln beginnt ab 20 ng/ml. Das mag
zwar normal sein, ist aber alles andere als optimal. Eine wirklich
hervorragende Versorgung (>50 ng/ml) reduziert das Risiko zu einer sehr
guten Versorgung nochmals um etwa die Hälfte! Bei
Vitamin D - Autoimmunerkrankungen
Seit
langem gibt Hinweise auf eine Beteiligung einer ungünstigen Vitamin
D-Versorgung bei Autoimmunerkrankungen wie
Wenn
Vitamin D nun das
schoolchildren. Am J Clin Nutr. 2010 May;91(5):1255-60. Epub 2010 Mar 10.). Die Kinder erhielten in der Wintersaison 2009/10 (Sie erinnern sich, das war der Winter mit der Schweinegrippenpanik!) die für Kinder recht ordentliche Menge von 1200 IE Vitamin D täglich. Das relative Risiko für eine echte Influenza-Grippe (es ging also nicht um irgendwelche banalen Infekte) sank auf 0,58, also fast um die Hälfte, im Vergleich zu einer Nichtbehandlung. Eine Subgruppenanalyse erbrachte ein weiteres überraschendes Resultat.
Betrachtete man nur die Kinder, die nach dem 3. Lebensjahr in den
Kindergarten gekommen waren, deren
Aber
nicht nur vor der Virusgrippe schützt Vitamin D, sondern auch vor
Krebs.
In einer Matched-paired-Studie wurden 1248 Patienten mit
doi:10.1136/bmj.b5500.) zeigte folgendes Ergebnis:
Der
„Normalwert“ der meisten deutschen Labore liegt bei 50 nmol/l. Werte
darüber wurden also mit dem Risiko 1 gleichgesetzt. Bei einem moderaten
Mangel steigt das Risiko bereits um 28% an, bei einem deutlichen Mangel
um über 30%. Interessant ist auch – wie schon bei den
Vergleicht man Menschen mit der besten Versorgung mit denen mit einer
sehr schlechten Ausstattung, so wird das Risiko für
In
Teil 2 werde ich Ihnen weiter von Vitamin D
berichten: Warum sind Mitteleuropäer weiß und was hat das mit Vitamin D zu tun? Hilft die Sonnenbank bei der Vitamin D-Bildung? Und: Warum unterstütze ich ein Verbot der Verschleierung von muslimischen Frauen?
In
meinem
Newsletter vom November 2007
Zur
Klärung weiterer medizinischer Fragen und Behandlungs- bzw.
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