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HABICHTSWALDKLINIK
Klinik für Ganzheitsmedizin und Naturheilkunde
Abteilung Innere Medizin und Naturheilkundliche Ambulanz
34131 Kassel - Bad Wilhelmshöhe
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Schlafstörungen
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Teil 2 –
10 Goldene Regeln bei Schlafstörungen
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Quizfrage:
Welche
Heilpflanze ist am wenigsten geeignet, Schlafstörungen zu beheben?
a)
Baldrian
b)
Hopfen c)
Melisse d)
Passionsblume
e)
Weißdorn |
Haben Sie denn
auch schon Teil 1 der Schlafstörungen
gelesen?
Was können
Sie bei
Schlafstörungen vom Arzt erwarten?
Bei den meisten
Fällen von Schlafstörungen handelt es sich um so genannte funktionelle
Störungen, d.h. es liegt ihnen keine organische Ursache zugrunde. Der Arzt
sollte aber an innere, orthopädische, neurologische oder psychische Ursachen von
Schlafstörungen denken und diese moderat abklären. Bei schweren Schlafstörungen
oder bei Verdacht auf das
Schlaf-Apnoe-Syndrom sollte auch eine Untersuchung in
einem Schlaflabor erwogen werden. Wenn irgend möglich sollte natürlich die
Grunderkrankung optimal behandelt werden.
Häufig wird der
Arzt – schon aus Zeitgründen – zum Rezeptblock greifen und ein Schlaf- bzw.
Beruhigungsmittel verordnen. Dabei sollten Sie sich als Patient klar machen,
dass ein solches Mittel eine rein symptomatische Maßnahme darstellt, die also
nicht an die Ursache der Schlafstörungen herangeht. Der zweite große Nachteil
dieser Mittel ist das große Abhängigkeitspotential.
Als chemische
Einschlafhilfe bei Schlafstörungen werden heute kaum noch die aus verschiedenen
Gründen sehr bedenklichen Brom- und Barbituratpräpate verschrieben, sondern
Sedativa, also Beruhigungsmittel, die dem Valium® chemisch verwandt sind (z.B. Normoc®, Noctamid®, Rohypnol®). Auch bei diesen Mitteln kann es zu einer
Abhängigkeit kommen. Häufig wird dabei eine so genannte low-dose-Abhängigkeit
beobachtet. Dabei muss der Abhängige zwar nicht ständig seine Dosis steigern,
aber er kommt auch nicht ohne eine, wenn auch geringe Dosis des Mittels aus.
Außerdem werden
die Schlafphasen in ihrem natürlichem Ablauf gestört. Die im ersten Teil
erwähnten REM-Schlafphasen werden teilweise unterdrückt, was für die Traumarbeit
negative Folgen haben kann. Die meisten der Beruhigungsmittel haben eine sehr
lange Halbwertszeit (= Zeit, in der die Hälfte des Mittels ausgeschieden oder
abgebaut wird). Diese Halbwertszeit beträgt beim Valium® immerhin 1-2 Tage, d.h.
es dauert nahezu eine ganze Woche, bis der Körper wieder praktisch vollständig
von dieser Substanz befreit ist. Die langen Halbwertszeiten erklären auch, warum
bis weit in den nächsten Tag hinein Müdigkeit und Konzentrationsschwäche
auftreten können (so genannter hang-over). Siehe auch
meinen Beitrag über
Tranquilizer.
10 Goldene Regeln bei Schlafstörungen
☻Befreien
Sie sich vom Zwang des „Schlafenmüssens“!
Schlaf kann nicht durch den Willen herbeigeführt, er kann schon gar nicht
erzwungen werden. Im Gegenteil: Je mehr er gewollt wird, desto schwerer stellt
er sich ein. Er ist etwas Passives, man kann ihn daher nicht durch aktives Tun
erreichen, sondern nur durch ein „Geschehen-lassen“. Sie können aber die
Bedingungen, die Schlaf ermöglichen, optimal gestalten. Dazu gehören:
– Gewinnen Sie
Vertrauen in die natürlichen Fähigkeiten des Körpers, der sich soviel Schlaf
holt, wie er braucht. Auch wenn Sie denken, Sie haben wegen Ihrer massiven
Schlafstörungen gar nicht oder nur eine Stunde geschlafen, so wissen wir aus
Untersuchungen im Schlaflabor, dass Menschen mit Schlafstörungen deutlich mehr
schlafen als sie vermeinen zu schlafen.
– Vermeiden Sie die
Formel: „Ich muss jetzt schlafen!“ Sagen Sie sich vielmehr: „Ich muss
nicht
schlafen! Ich möchte nur ruhen. Auch wenn ich gar nicht schlafe, finde ich beim
Ruhen meine Erholung.“ Erstens stimmt dies tatsächlich, zweitens schlafen Sie
besser ein, wenn Sie es gar nicht wollen.
– Benutzen Sie
doch einmal folgenden Trick: In Ihrem möglichst dunklen Schlafzimmer sollten Sie
die Augen offen halten. Sie dürfen in die dunkle Leere oder auf die Wand
starren. Wenn die Augen trocken werden, dürfen Sie auch zwinkern, Sie sollten
aber nicht die Augen für längere Zeit schließen. Denken Sie dabei an etwas
Schönes. Irgendwann werden de Augen vermutlich von allein zufallen und Sie
werden in einen tiefen und erholsamen Schlaf fallen.
– Das berühmte
„Schäfchenzählen“ hat heute ausgedient. Viel besser ist es, sich eine schöne
Landschaft vorzustellen. Legen Sie sich in Ihrer Phantasie auf eine saftige
Bergwiese und beobachten Sie das sanfte Schlagen der Schmetterlinge. Genießen
Sie die ermüdende Schwüle in Ihrer Hängematte unter einer tropischen Palme und
beobachten Sie, wie die Meereswellen sachte gegen den Sandstrand schwappen.
Lassen Sie Ihrer Phantasie keine Grenzen! Genießen Sie die schönen, ruhigen
Bilder. Ruhen Sie dabei, Sie müssen dabei nicht einschlafen, Sie dürfen es!
– Im Bett sind
andere Tätigkeiten als Schlaf (oder Beischlaf) tabu! So sollten Sie – jedenfalls
wenn Sie unter Schlafstörungen leiden – im Bett weder lesen, noch gar fernsehen.
Der Körper sollte darauf konditioniert werden, dass das Bett für Ruhe,
Entspannung und Schlaf gedacht ist.
– Der Schlaf ist
eingebunden in den ca. 24stündigen biologischen Rhythmus. Daher treten auch dann
Schlafstörungen gehäuft dann auf, wenn wir gegen unsere natürliche Ordnung
verstoßen. Aktivität, Passivität, Mahlzeiten, körperliche Aktivität sollten
daher täglich zu etwa den gleichen Zeiten stattfinden. Schlaf ist ein
rhythmisches Geschehen. Sie können dies durch Ihre Lebensweise unterstützen.
– Daher sind
berufliche Tätigkeiten mit Wechselschichtarbeit, besonders mit
Nachtschichtarbeit bei Schlafstörungen eher ungünstig. Abends sollten Sie etwa
zur selben Zeit ins Bett gehen, morgens zur selben Zeit aufstehen. Bei
Schlafstörungen sollte der Mittagsschlaf (zum „Nachholen“ des versäumten
Schlafes) unbedingt vermieden werden, da hierdurch Schlafstörungen eher Vorschub
geleistet wird, weil der natürliche Rhythmus (tags aktiv – nachts passiv)
vollends durcheinander
kommt.
– Gerade bei
Schlafstörungen sollten Geist und Körper langsam auf die Zeit der Ruhe
vorbereitet werden. Dies kann z.B. durch
Entspannungsübungen geschehen. Suchen
Sie sich ein Verfahren, mit dem Sie gut zurechtkommen. Es gibt nicht
das
beste
Entspannungsverfahren, es gibt nur für Sie persönlich geeignete oder
weniger geeignete Methoden. Der mehr körperlich aktive Mensch wird eher
körperorientierte Verfahren wie
Muskelentspannungstraining nach Jacobson,
Yoga
oder Tai Chi bevorzugen. Mehr introvertierte Menschen kommen möglicherweise
besser mit
Autogenem Training oder bestimmten
Meditationen zurecht. Auch das
Hören von entspannender Musik oder von geführten
Meditationen oder
Phantasiereisen kann sehr hilfreich sein. In Kursen z.B. bei Krankenkassen oder
Volkshochschulen kann praktisch jeder das für ihn richtige
Entspannungsverfahren
erlernen. Haben Sie – besonders als Mann! – keine Angst vor
Meditationen. Es
handelt sich dabei um teilweise Jahrtausende altes Wissen der
Erfahrungsheilkunde, nicht um irgendwelche obskure Sektiererei. Nebenbei:
Unterhalten sich zwei Mütter. Sagt die Eine: „Übrigens, mein Sohn hat jetzt
angefangen zu meditieren.“ Erwidert die Andere: „Na immer noch besser als wenn
er gar nichts tut!“ Wir lächeln darüber, weil wir alle dem Vorurteil frönen,
meditieren sei eben nichts anderes als Nichtstun. Nicht ist falscher:
Meditationen und
Entspannungsübungen sind höchst aktive Möglichkeiten, Ruhe und
Entspannung zu finden. Probieren Sie es einfach aus! – Wenn Sie unter
Schlafstörungen leiden, sollten Sie nicht die Dauer des Schlafes als Maß für
seine Güte wählen. Ein viel besserer Maßstab ist das Befinden am nächsten Tage.
Laufen Sie wie ein Schluck Wasser durch die Gegend oder sind Sie zwar etwas
erschöpft, können ihren gewohnten Tätigkeiten aber ohne weiteres nachgehen?
Fühlen Sie sich tagsüber nicht besonders müde, zerschlagen oder erschöpft, dann
kann der Schlaf so schlecht nicht gewesen sein, er war dann quantitativ und
qualitativ zumindest ausreichend.
☻Meiden
Sie Genussmittel!
–
Alkohol kann in geringen Mengen - eine Flasche Bier, ein Glas Rotwein
(Weißwein wirkt anregender) – Schlaf fördernd wirken. In größeren Mengen stört
Alkohol jedoch das natürliche Schlafprofil. Der Ablauf von Tiefschlaf- und
Traumschlafphasen gerät durcheinander. Der Schlaf ist nicht mehr erholsam.
Jeder, der einmal einen Rausch ausgeschlafen hat, kann das bestätigen. Trotz
eines schnellen Einschlafens und eines scheinbar tiefen Schlafes fühlt man sich
am nächsten Morgen wie gerädert. Wie gesagt, die gelegentlich abendliche
Einschlafhilfe mit einem „Schlummertrunk“ sei erlaubt, ein regelmäßiger Gebrauch
von
Alkohol als Schlafmittel ist wegen des Gewöhnungseffektes hingegen nicht
sinnvoll. Wenn Sie dann einmal Ihre „Krücke“ weglassen, dann geht gar nichts
mehr.
– Dass
Koffein als anregende Droge Schlafstörungen verstärken kann, braucht nicht
gesondert betont zu werden (auch wenn manche Menschen nach einer Tasse Kaffee
besonders gut einschlafen können). Es reicht jedoch oft nicht aus,
koffeinhaltige Getränke am Abend zu meiden. Von Schlafstörungen geplagte
Menschen sollten versuchsweise nach dem Mittagessen konsequent auf jegliche
koffeinhaltige Getränke verzichten (siehe auch den Artikel zum
Erschöpfungszustand/
Burnout-Syndrom).
Denken Sie bitte auch an koffeinhaltige Schmerzmittel.
☻Veranlassen
Sie eine moderate diagnostische Abklärung!
Im ersten Teil dieses Beitrages über
Schlafstörungen wurde schon darauf eingegangen, dass es zahlreiche
organische Ursachen und psychische Erkrankungen gibt, die Schlafstörungen
bedingen oder verstärken können. Hier sollten die wichtigsten und häufigsten
Störungen (z.B. Schilddrüsenüberfunktion) schon abgeklopft werden. An andere
Ursachen sollte man denken, wenn es entsprechende anamnestische Hinweise gibt.
Wenn Sie beispielsweise durch sehr unruhige Beine am Einschlafen gehindert
werden, sollte ein
Restless-Legs-Syndrom durch einen Neurologen abgeklärt
werden. Wenn Sie – oder zuverlässiger noch Ihr Partner – über nächtliches
Schnarchen mit Atemstillständen berichten, sollte nach einem
Schlaf-Apnoe-Syndrom
gefahndet werden. Eine weitergehende Diagnostik sollte insbesondere dann
eingeleitet werden, wenn Sie viele der in diesem Artikel erwähnten
berücksichtigt haben und trotzdem überhaupt keine Besserung eingetreten ist.
Eine weitere Möglichkeit der ganzheitlichen Diagnostik besteht in der Suche nach
bestimmten
Vitamin- und Mineralmangelzuständen. Bei Schlafstörungen untersuche
ich meine Patienten auf folgende Werte:
٭
- Magnesium: Unser
wichtigstes Anti-Stress-Mineral finde ich bei Schlafstörungen häufig erniedrigt.
Der Serumuntersuchung auf Magnesium ist allerdings nicht geeignet, um
Mangelzustände aufzudecken, da nur 1-2 % des Magnesiums im Serum vorkommen. Die
Vollblutmineralanalyse spiegelt die intrazellulären Bestände viel genauer wider.
Eine großzügige Zufuhr (150-300 mg Magnesium, z.B. Magnesium Diasporal 300®
Beutel ½-1 abends vor zu Bett gehen, manchmal auch mehr, steigern Sie die Dosis
langsam, bis der Stuhl etwas dünner wird) kann sehr zur Beruhigung und damit
auch zu einem besseren Schlaf beitragen.
٭
- Zink: Der Körper benötigt Zink, um das für den Schlaf wichtige Hormon
Serotonin bilden zu können. Zinkmangel beobachte ich bei meinen Untersuchungen
sehr oft (auch bei Störungen des
Immunsystems). Auch
hier ist die
Vollblutanalyse viel aussagekräftiger als die üblicherweise
durchgeführte Serumuntersuchung. Je nach Ausmaß des Mangels gebe ich dann
zwischen 10 und 60 mg Zink für drei Monate (z.B. Cefazink® 10 oder 20 1x1 bis
3x1). Wichtig: Zink bitte mindestens eine halbe Stunde vor den Mahlzeiten
einnehmen, die Resorption wird so verbessert).
٭
- Vitamin B6: Dieses wichtige „Nervenvitamin“ wird ebenfalls zur
körpereigenen Synthese des
Serotonins benötigt und ist bei Schlafstörungen
häufig erniedrigt. Bei einem nachgewiesenen
Mangel gebe ich gern Vitamin B6 Hevert®
Tabl. für ein bis zwei Wochen täglich, danach einmal pro Woche. Nach der
Laborkontrolle und dem subjektiven Befinden wird dann über die weitere Einnahme
entschieden (ebenso bei Magnesium und Zink).
٭
- Tryptophan: Bei Schlafstörungen, die auf einen
Serotoninmangel
zurückzuführen sind, fehlt häufig auch die Aminosäure Tryptophan. Diese kann
substituiert werden, z.B. abends 4 Tabletten Ardeydorm®.
٭
-
Melatonin: Dies ist das eigentliche „Schlafhormon“. Ich finde es bei
mindestens 30 % aller Schlafstörungen mehr oder weniger stark erniedrigt
(persönliche Erfahrung, nicht durch Studien gesichert!). Dann macht eine
Melatoningabe wirklich Sinn und führt oft zum völligen Verschwinden der
Schlafstörungen! Da es in Deutschland nicht als
Medikament nicht zugelassen ist
und viel über
Melatonin zu berichten wäre, verweise ich auf einen eigenen
Artikel zum Thema
Melatonin.
Wenn Sie unter Schlafstörungen leiden, so suchen Sie sich jemanden, der diese
Untersuchungen bei Ihnen durchführt! Es wird allerdings nicht ganz einfach sein,
einen entsprechenden Arzt zu finden, da das Wissen hierum an den Universitäten
praktisch nicht gelehrt wird. Da es sich nicht um patentierbare
Medikamente
handelt, gibt es keine Pharmafirmen, die damit hohe Gewinne erzielen und daher
viel Geld für entsprechende Werbemaßnahmen (z.B. Anzeigen, Pharmareferenten,
Kongresse) ausgeben können. Unser Gesundheitssystem fördert durch ökonomische
Anreize die Verordnung teurer patentierter
Medikamente, während preiswerte
Naturheilmittel vom Markt gedrängt werden. Nur Schade, dass unsere
Gesundheitspolitiker und Krankenkassenfunktionäre dies bisher nicht zur Kenntnis
nehmen (wollen)!
☻Verwenden
Sie
homöopathische und/oder pflanzliche Heilmittel
zur Unterstützung!
Die milde, Schlaf fördernde Wirkung pflanzlicher Mittel ist belegt. Wichtig ist
bei allen pflanzlichen Mitteln jedoch eine ausreichend hohe Dosierung. Hier wird
oft am falschen Ende gespart! Mit selbst zubereiteten Tees oder Tinkturen aus
der Apotheke lässt sich diese Dosierung oft genauso gut erreichen wie mit
industriellen Fertigpräparaten.
- Baldrian als Tee (Wurzel, 2 TL auf eine Tasse) als Tinktur (1-2 TL in
Kräutertee) oder in:
- Cefaluna®
- Baldrivit 600®
- Ardeysedon Nacht Dragees
-
Kombinationsmittel:
- Valeriana Hevert® Beruhigungsdragees
- Fertigtees: Kneipp® Nerven- und Schlaftee N, Salus Nerven-Schlaf-Tee Nr. 22®
- Beispiele für Beruhigungs- und Schlaftees:
Rp. Baldrianwurzel
Hopfenzapfen
Melissenblätter
je 30,0 g
2 TL/Tasse, heiß übergießen, 15 Minuten ziehen lassen, eine Tasse vor dem
Schlafengehen.
Nicht jeder mag Baldrian, hier ein Rezept ohne
Baldrian:
Rp.
Lavendelblüten
Melissenblätter
Hopfenzapfen je 30,0 g
Zubereitung wie oben. |
–
Homöopathie ist bei Schlafstörungen sehr bewährt! Wenn man Einzelmittel
wählt, muss die
Symptomatik des Arzneimittels gut mit den Symptomen der
Schlafstörungen zusammenpassen
(siehe auch
Homöopathie):
– Aconitum D6: Schlafstörungen nach Schreck, große Unruhe oder Angst,
Herzklopfen, besonders
bewährt bei Schlafstörungen während eines akuten
Infektes
– Coffea D12: Wenn Ideenfülle und Gedankenandrang zu Schlafstörungen führen,
Folge von
geistiger Anstrengung, nach Erregung wegen großer Freude, nach
Kaffeegenuss, bei nervöser
Reizbarkeit, Herzklopfen
– Zincum valerianicum D4: Schlafstörungen durch unruhige Beine, Mattigkeit,
große Schwäche in
den Beinen, aber Zucken, Ziehen und Reißen der Muskeln, Gefühl
wie von elektrischen
Schlägen
– Kombinationsmittel: Nicht immer findet man bei Schlafstörungen auf Anhieb das
passende
Mittel (in der
homöopathischen Arzneimittellehre finden sich mehrere
hundert Mittel, die das
Symptom „Schlafstörungen“ haben. Die Wahl eines
Komplexmittels mit einer Kombination
bewährter Substanzen bei Schlafstörungen
kann daher die richtige Lösung sein, z.B.:
– Neurexan® eine Tablette abends, evtl. stündlich
wiederholen
– Zincum valerianicum Hevert® Tr., 20 Tropfen abends, evtl. stündlich
wiederholen.
☻Essen
Sie abends nicht mehr schwer!
„Bei genügsamer Kost
wird die Nachtruhe nicht verkürzt.“ wusste schon der griechische Philosoph
Demokrit zu berichten. Und in Afrika kennt man den Spruch: „Schlafen die
Gedärme nicht, schläft auch nicht der Mensch.“ Trotzdem beginnen viele
Abendessen und Buffets erst um 20 h, und wir schlagen uns den Bauch voll, als
gäbe es morgens nichts mehr zu beißen. Wer unter Schlafstörungen leidet, sollte
abends nicht mehr viel und schwer essen. Am besten ist es, wenn Sie gegen 18 h
die letzte feste Mahlzeit einnehmen. Viele Menschen werden auch unruhiger, wenn
sie abends noch Rohkost zu sich nehmen. Für jeden mit Schlafstörungen gilt
(besonders, wenn er eher fröstelig ist): Nach 15 h kein rohes Obst, Gemüse oder
Salat! In letzter Zeit schwappt von Amerika eine neue Modewelle herüber: Das
Dinner-cancelling. Ich bin zwar etwas skeptisch gegenüber allem, was von
jenseits des Atlantik als Rettung der Menschheit propagiert wird und auch bei
den immer zahlreicher werdenden Anglizismen habe ich so meine Bedenken. Aber das
Dinner-cancelling stellt wirklich einen großen Wurf dar. Wenn Sie abends
eingeladen sind und sagen, dass Sie heute Abend
fasten wollen, dann wird das
nicht dazu beitragen, Ihre Beliebtheit zu steigern. Sagen Sie aber, dass Sie
heute unbedingt Dinner-cancelling machen müssen, dann sind Sie cool und in. Man
hat tatsächlich festgestellt, dass beim Verzicht auf die Abendmahlzeit die
Melatoninwerte in der Nacht höher sind. Dinner-cancelling kann also helfen,
Schlafstörungen zu minimieren, ist ein Bestandteil der Anti-Aging-Medizin
(Kalorienrestriktion,
Fasten und/oder Dinner-cancelling sollen jung halten) und
Sie nehmen als „Nebenwirkung“ auch noch ab (siehe auch
Übergewicht).
☻Vermeiden
Sie Schlafmittel/Tranquilizer!
Natürlich kann es einmal psychische Situationen geben, in denen der Arzt
berechtigt einen
Tranquilizer
verordnet. Es kann auch einmal notwendig sein, bei
starken Schlafstörungen für eine Nacht ein Schlafmittel zu geben, damit mal
wieder eine Nacht halbwegs durchgeschlafen wird. Eine Dauerlösung kann und
sollte dies aber gerade bei Schlafstörungen nicht sein (siehe oben:
Was
können Sie vom Arzt erwarten?). Mit der regelmäßigen Einnahme von
Schlafmitteln/Tranquilizern werden Schlafstörungen erst manifestiert! Versuchen
Sie daher – wenn irgend möglich -, ohne diese Mittel auszukommen. Wenn Sie sie
bereits regelmäßig einnehmen, dann sollten Sie sich unter Einsatz aller hier
erwähnten Hinweise langsam und stufenweise entwöhnen. Nach längerer
kontinuierlicher Einnahme (z.B. mehr als eine Woche hintereinander) ist ein
normaler Schlaf ohne diese Mittel praktisch nicht mehr möglich. Wird ein solches
Mittel dann abrupt abgesetzt, sind die Schlafstörungen noch wesentlich stärker
als vor Beginn der Einnahme des Mittels. Es kann mehrere Tage bis Wochen dauern,
bis Sie wieder zu einem normalen Schlaf ohne Schlafstörungen zurückfinden. Das
Absetzen eines Beruhigungsmittels nach einer längeren Behandlung von
Schlafstörungen sollte daher niemals plötzlich erfolgen, sondern langsam und
stufenweise. Beispielsweise kann die Dosis wochenweise um ¼ der Dosis reduziert.
Gleichzeitig sollten die unten beschriebenen Maßnahmen zur natürlichen
Behandlung von Schlafstörungen unterstützend angewendet werden. Bei einer
Umstellung auf ein flüssiges Beruhigungsmittel kann die Dosis noch langsamer
(tropfenweise Reduktion) reduziert werden. Der Beruhigungsmittelabhängige muss
sich aber darüber im Klaren sein, dass ein Entzug einen sehr langen, mitunter
sehr quälenden Weg darstellt, der viel Kraft und Geduld erfordert. Das Endziel –
eine Leben ohne Schlafstörungen und ohne chemische
Medikamente – lohnt aber den
Aufwand.
☻Bewegen
Sie sich genug, aber nicht zuviel!
Schon die Bibel sagt: „Wer arbeitet, dem ist der Schlaf süße.“ (Prediger
Salomo Kap. 5 Vers 11). Wir sind heute (fast) alle Leichtarbeiter – zumindest
was das Körperliche angeht. Egal ob wir „Schreibtischtäter“ sind oder als
Hausfrau die Möglichkeiten moderner Haushaltstechnik nutzen, körperlich wirklich
erschöpfende Tätigkeit kennen wir eigentlich nur noch von sportlicher
Betätigung. Wer hat nicht schon erlebt, wie er nach einer 30 km-Wanderung, einem
5-Satz-Tennismatch oder einem ganzen Tag auf der Loipe oder Piste abends „tot“
ins Bett gefallen und sofort eingeschlafen ist? Warum bauen wir körperliche
Betätigung denn nicht regelmäßig in unseren Alltag ein? Dreimal in der Woche
eine halbe bis eine Stunde Sport baut nicht nur Kalorien, sondern auch
Stress
ab. Je aktiver wir am Tag sind, desto eher fordert der Körper in der Nacht sein
Recht auf Passivität und Regeneration. Doch Vorsicht: Spät am Abend kann
sportliche Betätigung – besonders wenn es sich um wettbewerbsorientierten Sport
oder eine Leistung nahe an der Grenze des Möglichen handelt – auch einmal
„aufdrehen“ und Schlafstörungen verstärken. Also auch beim Sport gilt:
Gelassenheit vor Leistungsdenken!
☻Pfarrer
Kneipp hilft!
Wenn man dem Spielfilm über das Leben von Sebastian Kneipp Glauben schenkt, dann
hat er sogar den Papst von seinen Schlafstörungen befreit. Abends noch mal ein
kalter Unterschenkelguss oder eine ausgewrungener nasser Socken für die Bettruhe
kühlt die Füße ab. Reaktiv kommt es aber zu einer Erwärmung der Füße. Hierdurch
wird Blut aus dem Kopf abgezogen, was gerade bei Kopfarbeitern und Grüblern für
Entspannung sorgt. Sind die Füße bereits sehr kalt und ist das sogar eine
Mitursache für die Schlafstörungen, dann ist besser, Wärme zuzuführen. Ein
ansteigendes Fußbad tut hier Wunder. Gießen Sie angenehm warmes Wasser in eine
Fußbadewanne. Dann gießen Sie alle paar Minuten heißes Wasser hinzu, so dass es
die Füße gerade noch gut ertragen können. So können Sie schrittweise, eben
„ansteigend“ Temperaturen erreichen, die gleich zu Beginn nicht möglich gewesen
wären. Die Füße, aber auch der ganze Körper werden hierdurch sehr gut erwärmt.
Meist stellt sich hierdurch eine wohlige Entspannung ein, die den lästigen
Schafstörungen entgegenwirkt. Ein weiterer guter Tipp bei Schlafstörungen mit
kalten Füßen ist ein warmes Lavendelfußbad. Füllen Sie eine Fußbadewanne mit
warmem bis heißen Wasser (es sollte noch gut erträglich sein). Dann geben Sie 1
EL einer Lavendeltinktur hinzu. Das warme Wasser wirkt entspannend, der
Lavendelduft steigt auf und wirkt als
Aromatherapie beruhigend auf das zentrale
Nervensystem. Manche Menschen mit Schlafstörungen schwören auf die vegetativ
ausgleichenden Wirkungen der
Sauna. Doch auch hier Vorsicht: Zu starke Reize
können wiederum „aufdrehen“. Probieren Sie es aus und beobachten Sie die Wirkung
auf Ihre Schlafstörungen.
☻Sorgen
Sie für das richtige Bett und die richtige Umgebung!
„Wie man sich bettet, so liegt man.“ weiß ein deutsches Sprichwort. Viele
Menschen mit Schlafstörungen haben ein zu hartes oder zu weiches Bett. Das
Kopfkissen kann zu flach oder zu dick sein. Lassen Sie sich vom Fachhändler
beraten. Doch kaufen Sie nicht gleich das erstbeste Angebot. Seriöse Händler
lassen auf ihren Matratzen auch schon mal Probeschlafen. Haben Sie viele
Elektrogeräte im Schlafzimmer oder gar eine Telefon- oder Handy-Station.
Probieren Sie einmal völlig ohne „Elektrosmog“ zu schlafen. Ändert dies Ihre
Schlafstörungen? Dann ziehen Sie die richtigen Konsequenzen. Schlafen Sie
vielleicht im Urlaub oder bei Freunden viel besser? Dann ist vielleicht der
Schlafplatz schuld. Schlafen Sie doch einmal mit dem Kopf am Fußende, stellen
Sie das Bett an einen anderen Ort im Schlafzimmer oder an einen ganz anderen
Platz in der Wohnung. Werden darunter die Schlafstörungen weniger? Probieren
geht auch hier über studieren.
☻…und
vergessen Sie auch nicht die richtige Einstellung!
„Schlaf ist für den Menschen, was das Aufziehen für
die Uhr.“ behauptete schon der Philopsoph
Arthur Schopenhauer. Wir gewinnen unsere verbrauchte Energie – körperlich,
geistig und seelisch – beim Schlafen zurück. Aber noch einmal: Wir können den
Schlaf nicht erzwingen, wir können ihn nur zulassen. Dazu müssen wir auch
Loslassen – von unseren Gedanken und von unseren Sorgen: „Denken Sie
das Richtige – oder gar nichts!“ (Erich Fried). Oder auch: „Wenn man
schlafen geht, soll man die Sorgen in die Schuhe stecken.“ (Anonymus) Dem
ist nichts mehr hinzuzufügen.
Das Thema
„Schlafstörungen“ ist trotz der beiden umfangreichen Artikel sicher nicht
erschöpfend abgehandelt. Trotzdem glaube ich, dass hier so viele Tipps
vorkommen, dass die meisten Schlafstörungen erfolgreich damit behandelt werden
können. Probieren Sie die Hinweise aus. Viele können Sie gleichzeitig
praktizieren – je mehr, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit eines Erfolges.
Manches sind „Reserve-Tipps“, wenn die anderen nicht funktionieren, z.B. die
Anschaffung einer neuen Matratze oder die Labordiagnostik. Wenn Sie keinen Arzt
finden, der diese Diagnostik bei Ihren Schlafstörungen durchführen kann, stehe
ich Ihnen gern in meiner naturheilkundlichen Privatambulanz zur Verfügung.
Viel Erfolg…und
schlafen Sie gut!
©
Dr. Volker
Schmiedel
Chefarzt der Inneren
Abteilung
FA für Physikalische und Rehabilitative Medizin
Naturheilverfahren, Homöopathie
Dozent für Biologische Medizin
(Univ. Mailand).

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- von Abnehmen bis Zöliakie -
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Auflösung der
Quizfrage:
Richtig ist
e) Weißdorn.
Baldrian, Hopfen, Melisse, Passionsblume enthalten
beruhigende Bestandteile. Der Weißdorn ist ein typisches Mittel bei
Herzschwäche. Indirekt über eine Verbesserung der Herzfunktion könnte
ein hierdurch gestörter Schlaf zwar auch einmal gebessert werden, eine
typische „Schlafpflanze“ ist der Weißdorn aber nicht. |
Zur Klärung
weiterer medizinischer Fragen und Behandlungs- bzw. Therapiemöglichkeiten stehe
ich
Ihnen im persönlichen Gespräch gerne zur Verfügung. Bitte
vereinbaren Sie zuvor einen Termin in der naturkundlichen Privatambulanz.
Alle
oben erwähnten Laboruntersuchungen können in der Inneren Abteilung der
Habichtswaldklinik oder der Naturheilkundlichen Privatambulanz durchgeführt
werden.
Informationen über das Therapieangebot der Inneren Abteilung:
http://www.habichtswaldklinik.de/Die_Abteilung_Innere_Medizin.html
Informationen über ambulante
Diagnostik und Therapie:
http://www.habichtswaldklinik.de/Naturheilk_Ambulanz.html
Hier finden Sie weitere
Gesundheitstipps:
http://www.gesundheitstipps.wicker-kliniken.de/
Die aktuellen und archivierten
Naturheilkundlichen Newsletter finden Sie hier:
http://www.habichtswaldklinik.de/Naturlheilkundlicher_Newsletter.html
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Unsere Klinik ist von allen
gesetzlichen Krankenversicherungen in Deutschland nach § 111 als
Rehabilitationsklinik anerkannt. Wir sind außerdem von allen privaten
Krankenkassen als gemischte Anstalt anerkannt. Die Kostenübernahme muss aber
zuvor bei dem jeweiligen Kostenträger beantragt werden. Bei Rückfragen bezügl.
der Kostenübernahme können Sie sich gerne an unseren Verwaltungsleiter, Herrn
Schenk, wenden (Servicetel.: 0800 / 8 90 11 00, Tel.: 0561-3108-621,
E-Mail)
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