Heilfasten (Teil 3) Fragwürdige „Argumente“ gegen das Heilfasten
Potentielle Einwände gegen das Heilfasten Da in schöner Regelmäßigkeit reißerische Berichte gegen das Heilfasten in der bunten Presse erscheinen, möchte ich an dieser Stelle diese „Argumente“ gegen das Heilfasten aufgreifen und dem aus naturheilkundlicher und fastenärztlicher Sicht mit fundiertem, physiologischem Wissen und eigener praktischer Erfahrung begegnen. „Heilfasten ist tödlich“ So war es erst jüngst wieder in der Laienpresse zu lesen. Dabei gibt es folgenden Hintergrund: Beim Heilfasten ist die Eiweißbilanz immer negativ, d.h. der Körper verliert mehr Eiweiß über die tägliche Zellmauser als er zuführt (im Heilfasten wird bis auf Spuren ja gar kein Eiweiß zugeführt). Da Eiweiß für den menschlichen Organismus lebensnotwendig ist und keine Eiweißspeicher existieren, kann das Heilfasten nur schädlich sein – so die plausible Argumentation. Der Herzmuskel wird abgebaut und es kommt zu tödlichen Herzkomplikationen. In der Tat ist schulmedizinisch nicht anerkannt, dass es Eiweißspeicher gibt – so wie es etwa Fett- oder Kohlenhydratspeicher gibt. Neuere anatomische und physiologische Untersuchungen deuten jedoch darauf hin, dass diese These als überholt aufgegeben werden muss. Wir haben sehr wohl Eiweißspeicher. Dieser befindet sich in der so genannten Grundsubstanz (synonym: extrazelluläre Matrix, Bindegewebe). Hier befindet sich ein Netzwerk aus Zucker-Eiweißen (Proteoglykane und Glykosaminoglykane), außerdem Strukturweiße (Kollagen, Elastin) und Vernetzungseiweiße (Fibronektin, Laminin). Diese Eiweiße stellen ein molekulares Sieb zwischen Blutgefäßen und Zellen dar. Bei Über- und Fehlernährung häufen sich Eiweiße in der Matrix an. Dies konnte mittlerweile durch elektronenmikroskopische Aufnahmen bestätigt werden (Prof. Heine). Im
Beim Normal- bis Untergewichtigen, der nicht mit Eiweiß überernährt ist, kann die negative Eiweißbilanz schon bedeutsam sein. Bei Untergewichtigen, die z.B. wegen einer entzündliche Darmerkrankung unbedingt den antientzündlichen Effekt des Heilfastens ausprobieren wollen, kann ein Eiweißzusatz (z.B. Kurmolke, Sojamilch) im Heilfasten sinnvoll sein. Auch der Normalgewichtige, der deutlich länger als eine Woche fasten möchte, kann mit Eiweißzulagen etwas länger fasten. Gerade der Über- und Fehlernährte sollte keine Eiweißzulagen erhalten. Kritiker der Eiweißverluste beim Heilfasten sind übrigens nicht selten mit Unternehmen verbandelt, die Eiweißprodukte vertreiben. Es werden dann Diäten oder auch eiweißmodifiziertes Heilfasten mit solchen Zusatzprodukten empfohlen. Hier spielen mitunter auch ganz klare wirtschaftliche Interessen eine Rolle! In der Regel sind Eiweißzulagen im Heilfasten erstens nicht notwendig, zweitens oft sogar kontraproduktiv. Schaut man sich die Todesfälle einmal genau an, dann gab es meist Gegenanzeigen für das Heilfasten (z.B. bestimmte Vorerkrankungen des Herzens), die Faster haben unverhältnismäßig lange ohne ärztliche Kontrolle gefastet, ihre Medikamente nicht angepasst oder während des Fastens weiter geraucht, was dann sogar noch schädlicher ist. Es lagen also meist Fehler vor, die bei korrekter Durchführung des Heilfastens ganz einfach vermeidbar gewesen wären. Eine schulmedizinische Therapie wird ja auch nicht deswegen kritisiert, weil ein Anwender sie falsch durchgeführt hat und deswegen ein Schaden entstanden ist. „Es gibt keine Schlacken in unserem Körper“ Heilfastenärze und –kliniken werben oft mit der guten „Entschlackung“ des Heilfasten s. Kritiker behaupten hingegen, es gebe im menschlichen Körper gar keine Schlacken. Pathologen meinen gar, sie hätten schon tausende von Leichen seziert, aber noch nie irgendwelche Schlacken gefunden. In der Tat ist der Begriff der „Schlacken“ sehr schwammig und nirgendwo genau definiert – weder in der Schulmedizin, noch in der Naturheilkunde. Ich benutze ihn deshalb nicht gern, auch um Kritikern keine Angriffsfläche zu bieten.
Andererseits: Viele Menschen haben erhöhte Blutfette.
Es gibt
sie also schon, diese Schlacken. Auch wenn es sich nicht um einen
wissenschaftlich exakten Begriff handelt. Nebenbei: Wir sollten die
psychologische Komponente nicht vergessen. Wenn ich mir beim Heilfasten
vorstelle, dass täglich alte, meine Gesundheit beeinträchtigende Schlacken
abgebaut werden, dann hat allein diese Vorstellung für unseren Heilungsprozess
nicht zu unterschätzende Vorteile. Wir wenden damit unbewusste positiv
verstärkende Imaginationstechniken an. Dabei handelt es sich keineswegs um
Einbildung – wie die wörtliche Übersetzung vielleicht vermuten ließe. Aus der
Krebstherapie oder der Kardiologie wissen wir, dass wir allein mit unserer
positiv besetzten Vorstellungskraft Heilung anstoßen und verstärken können: Das
„Heilfasten führt zu Mangelzuständen an Vitaminen und Mineralstoffen“ Im
Was ist
dem zu entgegnen? Ja, es ist richtig, dass das
Abb. 3: Der Urmensch musste notgedrungen fasten um zu überleben – inzwischen haben wir große Fortschritte gemacht Trotzdem können sich Nährstoffdefizite natürlich anhäufen, je länger das Heilfasten dauert. Insbesondere dann, wenn der Körper schon in einem Mangel das Heilfasten begonnen hat. Mangelzustände sind heutzutage durch Fehlernährung, Genussmittel, Medikamenten, erhöhte seelische Belastungen und körperliche Anforderungen oder auch durch Krankheiten weiter verbreitet als offiziell angenommen wird. Im
Zweifelsfall untersuche ich meine Faster vorher auf die wichtigsten Nährstoffe
und kann einem Mangel dann gezielt begegnen. Wenn schon Nährstoffmangelzustände
bekannt sind oder vermutet werden, sollten die entsprechenden Nährstoffe im
Heilfasten großzügig verabreicht werden. Seit einigen Jahren bekommen
sicherheitshalber alle meine Faster von Beginn an Magnesium, Kalium und Kalzium,
also die „großen“ Mengenminerale, um hier einem Mangel vorzubeugen. Seitdem gibt
es übrigens auch weniger Schwierigkeiten an den ersten drei Fastentagen, also
der wichtigen und mitunter schwierigen Übergangsphase. Das liegt unter anderem
auch daran, dass diese Mineralien eine entsäuernde Wirkung haben – der
Fastenstoffwechsel führt ja zu einer gewissen, vorübergehenden Azidose
(Säuerung) des Organismus. Außerdem gebe ich meinen Fastern ein
Multivitaminpräparat mit allen wichtigen Vitaminen in der empfohlenen
Tagesdosis. Sind zur Behandlung von Krankheiten weitere Nährstoffe in hoher
Dosis sinnvoll (z.B.
Inkompetente Kritik Einige
Kritikpunkte am Heilfasten sind durchaus ernst zu nehmen. Die Kritik löst sich
aber meist in Wohlgefallen auf, wenn bestimmte diagnostische und therapeutische
Aspekte differenziert betrachtet werden. Leider verfügen die Kritiker meist über
keine eigene
Neben solche pseudowissenschaftlichen oder ideologischen Argumentationen stehen nicht selten auch ökonomische Interessen im Vordergrund. Wenn jemand das Heilfasten kritisiert, aber ein modifiziertes Eiweißfasten favorisiert, dann steht der Kritiker meist in direktem oder indirektem Zusammenhang mit der Industrie, die diese Produkte produziert. Das Heilfasten hat leider keine große, starke Lobby, weil es sich um ein ganz einfaches, natürliches Verfahren handelt, mit dem sich keine Reichtümer erwerben lassen und bei der keine Geräte- oder Pharma-Industrie etwas verdienen kann. Der Preis des Heilfasten s ist, dass der Betroffene selbst aktiv tätig werden muss. Dies ist aber seine große Chance. Er kann Verantwortung für seine Gesundheit übernehmen. Er kann an seiner eigenen Heilung oder Gesunderhaltung mitwirken. Nutzen Sie diese Chance!
Abb. 4: Heilfasten kann eine
Brücke zur eigenen Gesundheit seinFür individuelle Rückfragen stehe ich Ihnen gern zur Verfügung: schmiedel@habichtswaldklinik.de Selbstzahlerangebote für das Heilfasten unter:
http://www.habichtswaldklinik.de/Heilfasten_nach_Buchinger.html
Mit den besten Wünschen für Ihre Gesundheit
Notwendige Laboruntersuchungen können in der Inneren Abteilung der Habichtswaldklinik oder der Naturheilkundlichen Privatambulanz durchgeführt werden.
Informationen über das Therapieangebot der Inneren Abteilung:
Weitere Informationen zu Krankheiten finden Sie bei der Wicker-Gruppe unter www.informationen-zu-krankheiten.de. Info-Material zur Klinik anfordern: www.wicker-gruppe.de/infomaterial-anfordern.html Die
Klinik ist nach den Qualitätsgrundsätzen der DIN-EN ISO 9001zertifiziert. Unsere Klinik ist von allen gesetzlichen Krankenversicherungen in Deutschland nach § 111 als Rehabilitationsklinik anerkannt. Wir sind außerdem von allen privaten Krankenkassen als gemischte Anstalt anerkannt. Die Kostenübernahme muss aber zuvor bei dem jeweiligen Kostenträger beantragt werden. Bei Rückfragen bezügl. der Kostenübernahme können Sie sich gerne an unseren Verwaltungsleiter, Herrn Schenk, wenden (Servicetel.: 0800 / 8 90 11 00, Tel.: 0561-3108-621, E-Mail) Weitere Fragen?
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