„Die Andere Medizin"
Eine Buchempfehlung der Stiftung Warentest in
der Kritik
Medizin“ von Krista Federspiel
und Vera Herbst.
![]() Stiftung Warentest: Negatives Urteil über Homöopathie und traditionelle chinesische Medizin
»
Da möchte man als an
Naturheilkunde interessierter Leser doch zugreifen! Das Buch "Die Andere
Medizin" firmiert unter dem Logo der Stiftung Warentest. Seriosität ist damit
doch quasi garantiert. Natürlich gibt es eine ganze Reihe von Verfahren, die noch nicht ausreichend erforscht sind. Natürlich kann es auch in der Anwendung von naturheilkundlichen Verfahren Nebenwirkungen geben. Und es gibt auch Verfahren, die ich persönlich für suspekt halte. Der Leser des Buches "Die Andere Medizin" kann sich jedoch des Eindruckes nicht erwehren, hier wird Stimmung gegen praktisch die gesamte Naturheilkunde gemacht.
Meine Kritik am Buch „Die
Andere Medizin“ ist Folgende:
Das Buch ist eine
Mogelpackung. Der Käufer dieses Buches ist meist den Naturheilverfahren gegenüber
aufgeschlossen und erwartet eine konstruktive, positive Wertung dessen, was sinnvoll
ist. Er erwartet Hilfe und nicht, dass fast alle Methoden gnadenlos niedergemacht
werden.
Das Buch ist von einer
Pharmakologin und einer Psychologin geschrieben worden. Nichts gegen diese Berufsgruppen.
Aber Hand aufs Herz: Würden Sie der Kritik eines Urologen an psychotherapeutischen
Verfahren oder eines Augenarztes an unfall-chirurgischen Methoden trauen? Hier haben
pseudowissenschaftliche Sesselfurzer am Schreibtisch einige Studien und etwas
Literatur gelesen und erlauben sich daraus die Bildung eines Urteils. Wenn man sich
wirklich ein Urteil erlauben wollte, dann müsste man nahezu die gesamte Literatur und alle
vorhandenen Studien durchforsten. An dieser Arbeit hätten aber einige Dutzend
Wissenschaftler (!) mehrere Jahre zu tun. Das, was Federspiel und Herbst absondern, ist weder
wissenschaftlich noch seriös. Auf die Kritik im Einzelnen kann ich aus Platzgründen nicht eingehen. Hier verweise ich auf Stellungnahmen der einzelnen Fachgesellschaften, die sich darüber beschweren, dass sie nicht gefragt und nicht um die Herausgabe von wissenschaftlichen Belegen gebeten wurden.
Da die Homöopathie dasjenige „andere Medizinverfahren“ ist, welches immer wieder den meisten Anfeindungen ausgesetzt ist, sollen hier kurz zwei „Argumente“ der Stiftung Warentest gegen die Homöopathie in "Die Andere Medizin" betrachtet werden: „Bei ihnen (den Hochpotenzen, Anm. des Verf.) ist eine Wirksamkeit mit den heutigen naturwissenschaftlichen Vorstellungen nicht zu begründen. Ab der D24 beziehungsweise C12 ist, einem Grundgesetz der Chemie folgend, die Ursubstanz so weit verdünnt, dass kein Molekül der Ausgangssubstanz mehr enthalten sein kann. Demnach kann sie auch keine
arzneiliche
Wirkung entfalten.“ (S. 163)
Ja, in welcher Welt (oder
besser Zeit) leben denn die Autorinnen? Vermutlich im 19. Jahrhundert, wo es nur um
stoffliche Wirkungen ging. Den gesamten Elektromagnetismus geschweige denn die
Quantenphysik hat die Stiftung Warentest wohl nicht mitgekriegt. Sie haben wohl noch nie eine
Ultraschalluntersuchung bekommen (kann doch gar nicht funktionieren, da keine
stoffliche Wirkung vorhanden ist). Vermutlich kennen die Autorinnen auch kein Telefon, Fernsehen
oder Handy. Das muss wohl alles auf Zauberei basieren, da alle diese Mittel völlig ohne
stoffliche Wirkungen auskommen! Mit Quantenphysikern kann man sich sehr gut über Homöopathie
unterhalten, da ihnen Resonanzphänomene, auf Flüssigkeiten „aufgeprägte“ Informationen
etc. keineswegs fremd sind. Mit bornierten Scheuklappen-Wissenschaftlern, die sich in
ihrem Denken nicht über die Physik des 19.Jahrhunderts hinausbewegt haben, ist jede
Diskussion über Homöopathie von vornherein zum Scheitern verurteilt. Noch besser wird es mit folgendem „Argument“, das in dem Buch "Die Andere Medizin" zu finden ist:
„Einige
Vertreter der Homöopathie
sprechen sich strikt gegen jegliche Impfung aus.“
(S. 167).
des FC Bayern München – ergo ist die ganze Unfallchirurgie untauglich. Wir könnten diese „Beweisketten“ unendlich fortsetzen. Das Impfargument disqualifiziert nicht die Homöopathie (die meisten Homöopathen, die ich kenne, haben hier eine sehr differenzierte, keineswegs strikt ablehnende Haltung), es offenbart vielmehr die Unfähigkeit der Autorinnen zu sinnvollen logischen Schlussfolgerungen zu kommen.
Und hier folgt noch eine ganz persönliche und polemische Kritik zum Inhalt des Buches "Die Andere Medizin": „Also ganz ehrlich, mir reicht's jetzt mit diesem Heer der Besserwisser und Wichtigtuer, die sich über die Naturheilkunde profilieren wollen. Die Stiftung Warentest kennt sich vielleicht mit Gesichtscreme, Olivenöl und Staubsaugern aus. Dabei sollen sie bleiben! Diese Verbraucherschützer stehlen uns nur die Zeit. Wer schützt uns eigentlich vor denen? Sie maßen sich an, im Namen der Patienten zu reden. Dieses Gerede entspricht dem Zustand dieses Landes.“
Ehrlicherweise muss ich jetzt zugeben, dass dies nicht von mir stammt, sondern von unserem „Kaiser“ Franz Beckenbauer. Und er redete auch nicht von der Naturheilkunde, sondern von der Fußball-WM, nicht von Patienten, sondern von Fans. Ansonsten hat er mir aber aus der Seele gesprochen. Die nörglerische Kritik an den WM-Stadien ist genauso hanebüchen wie die an der Naturheilkunde. Am Berliner WM-Stadion kritisiert die Stiftung Warentest beispielsweise, dass es zu wenig Wasserhydranten an den Innenwänden des Businessbereiches gebe. Es wird kritisiert, dass es keine Fluchtwege zum Spielfeld gibt (die FIFA ist gegen solche Fluchtwege, sondern fordert Fluchtwege aus dem Stadion heraus). Und so weiter und so weiter. Man sollte sich wirklich fragen, ob man unter diesen katastrophalen Umständen die WM überhaupt stattfinden lassen sollte…
Spaß beiseite. Genauso unseriös wie die überzogene Kritik an den WM-Stadien ist auch die maßlose Kritik in dem Buch "Die Andere Medizin" an der Naturheilkunde. Die unglaubliche Arroganz selbsternannter Hüter der wahren Lehre, die sich anmaßen, aus ihrem pseudo-wissenschaftlichen Elfenbeinturm heraus Verfahren zu bewerten, die sie selbst niemals praktisch erfahren, geschweige denn damit Menschen geheilt zu haben, ist schlicht unerträglich geworden.
Die Stiftung Warentest und die Pharmakologin Herbst sollten sich lieber einmal um die mehr als 10.000 Toten kümmern, die es in jedem Jahr in Deutschland durch (schulmedizinische!) Medikamente gibt, und nicht Risiken einer naturheilkundlichen Therapie heraufbeschwören, die zwar theoretisch vorhanden, aber relativ zur Schulmedizin gesehen eher gering sind. Die Psychologin Federspiel sollte sich eher überlegen, warum in Deutschland und speziell bei der Stiftung Warentest nicht nur konstruktiv kritisiert (das wäre ja durchaus zu begrüßen), sondern alles immer regelrecht in den Dreck gezogen wird. Die Verdienste der Stiftung Warentest bei der Verbesserung der Qualität von Staubsaugern und Gesichtscremes sollen an dieser Stelle nicht geschmälert werden, aber aus der Naturheilkunde und aus dem Fußball sollte sie sich besser raushalten, weil sie davon nichts versteht. Lassen wir uns von ignoranten Theoretikern nicht länger vorschreiben, was wir gut zu finden haben und was nicht – weder beim Fußball, noch in der Naturheilkunde! Ich bin gespannt, ob meine Kritik bei der Stiftung Warentest ankommt. Um abschließend noch einmal unseren Kaiser zu zitieren: „Schaun mer mol!“
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