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Cromoglycinsäure ©

Wie wirkt Cromoglycinsäure?

 

Mastzellen in unserem Körper haben nichts mit dem Anlegen von Fettdepots zu tun, wie der Name vielleicht vermuten ließe, sondern sind eine bestimmte Sorte von Leukozyten (weiße Blutkörperchen). Sie schütten unter bestimmten Bedingungen Histamin aus. Histamin ist ein Botenstoff, der an allergischen Reaktionen mitbeteiligt ist. Alle Maßnahmen, die geeignet sind, die Histaminausfreisetzung zu verringern, wirken darum anti-allergisch.

Die Substanz Cromoglycinsäure ist ein solcher „Mastzellenstabilisator“, der deshalb histaminabhängige allergische Reaktionen verhindert oder zumindest abschwächt. In der Medizin werden Salze dieser Säure eingesetzt (Cromoglycat), dabei meist das Natriumsalz (Dinatriumcromoglycat = DNCG). Unter diesen Namen würde man die Substanz auf der Medikamentenpackung erkennen.

Strukturformel von Cromoglycinsäure


Was ist Cromoglycinsäure?
 

Die Cromoglycinsäure ist eine natürliche Substanz, die aus dem Bischofskraut, einem Doldengewächs, stammt. Synonyme für diese Pflanze sind Ammi visnaga (der botanische Name) Ammei, Zahnstocherammei (noch heute werden im Orient Zahnstocher daraus hergestellt) und Khella. Früher gab es einige Phytotherapeutika aus dem Bischofskraut. Heute gibt es sie noch als homöopathisches Einzelmittel, welches aber auch in einigen Kombinationspräparaten vertreten ist.

Die Cromoglycinsäure wird nicht in den Körper aufgenommen, um dort ihre Wirkung zu entfalten, sondern wirkt an den oberflächlichen Schleimhäuten (z.B. Auge, Nase, Bronchien, Darm). Sie wirkt nicht, wenn die allergische Reaktion bereits eingetreten ist, da dann das Kind schon in den Brunnen gefallen bzw. das Histamin schon aus den Mastzellen ausgetreten ist. Patienten sollten Cromoglycinsäure also vorbeugend einnehmen, z.B. die Augen- und/oder Nasentropfen einnehmen, bevor man den Frühlingsspaziergang in pollenbelasteter Luft unternimmt. Die volle Wirkung setzt erst nach zwei bis vier Wochen ein, so dass die Anwendung bereits lange vor der „Saison“ beginnen sollte. Außerdem geht die Akutwirkung nach einigen Stunden verloren, so dass der Patient Cromoglycinsäurepräparate am besten viermal täglich (morgen, mittags, abends und zur Nacht) einsetzen sollte. Viele Allergiker warten bis zu den ersten Symptomen, nehmen es dann auch nur ein- oder zweimal pro Tag ein („weil man sich doch nicht zu sehr mit Medikamenten belasten möchte“) und wundern sich dann, dass es nicht in erwarteter Weise wirkt. Daher wird dann oft zu den viel nebenwirkungsbehafteteren Antihistamika oder sogar zu Kortisonpräparaten gegriffen, die auch dann noch helfen, wenn bereits Histamin freigesetzt wurde.

Da es innerlich kaum aufgenommen wird, sind Nebenwirkungen äußerst selten und wenn, dann meist lokaler Natur. Je nachdem, wo es eingesetzt wird, kann es natürlich schon einmal zu Reizungen führen, wie Augenbrennen, Jucken, Fremdkörpergefühl, Niesen, Husten, Heiserkeit, Geruchs- oder Geschmacksirritationen. In sehr seltenen Fällen kann bei der Inhalation auch mal ein Asthmaanfall induziert werden. Da diese Nebenwirkungen in der Regel sehr viel geringer sind als die eigentlich zu behandelnden Symptome, besteht ein sehr gutes Nutzen-Risiko-Verhältnis. Selbst in Schwangerschaft und Stillzeit ist die Cromoglycinsäure nicht verboten, die Einnahme sollte aber schon mit dem Arzt abgesprochen werden. Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten sind nicht bekannt.
 

Das Bischofskraut enthält Cromoglycinsäure


Wobei und in welcher Form wird Cromoglycinsäure eingesetzt?
 

Bei allen allergischen Reaktionen, bei denen Histamin eine Rolle spielt, kann die Cromoglycinsäure hilfreich sein. Die Form der Anwendung richtet sich dabei nach dem Ort des Geschehens. Die Darreichungsform ist daher in Klammern aufgeführt:
 

- Asthma (Inhalationsspray/aerosol, Kapseln zur Inhalation, Inhalationslösung)

- Heuschnupfen (Nasentropfen/spray)

- Allergische Bronchitis (siehe Asthma)

- Allergische Rhinitis (Nasentropfen/spray)

- Allergische Konjunktivitis (Augentropfen)

- Lebensmittelallergien (Kapseln zum Schlucken)
 

Cromoglycinsäure auch als Dosieraerosol anwendbar


Fazit – bewährtes Mittel aus der Naturheilkunde
 

Bei Cromoglycinsäure handelt es sich um das älteste, preiswerteste und nebenwirkungsärmste Antiallergikum auf dem Markt. Dass es auch noch eine Substanz natürlicher Herkunft ist, macht sie noch attraktiver. Meines Erachtens nach sollten Präparate mit Cromoglycinsäure als erstes Mittel gegen allergische Erkrankungen noch vor Antihistaminika oder Kortison eingesetzt werden. Wenn es richtig angewendet wird (leider ist es einfacher eine Tablette mit einem Histaminikum einmal am Tag zu schlucken als sich beispielsweise viermal täglich Augen und Nasen zu tropfen), dann hat die Cromoglycinsäure bei guter Verträglichkeit auch eine zuverlässige Wirkung.

Präparate

Bei Lebensmittelallergien:

Dieser Artikel wird mit freundlicher Genehmigung der Zeitschrift „Naturarzt“ www.naturarzt-access.de abgedruckt.

Mit den besten Wünschen für Ihre Gesundheit  

 © Dr. Volker Schmiedel
Chefarzt der Inneren Abteilung
FA für Physikalische und Rehabilitative Medizin
Naturheilverfahren, Homöopathie
Dozent für Biologische Medizin (Univ. Mailand).

Animationen animierte Augen

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Aktualisiert: Juni 2010

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