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HABICHTSWALDKLINIK
Klinik für Ganzheitsmedizin und Naturheilkunde
Abteilung Innere Medizin und Naturheilkundliche Ambulanz
34131 Kassel - Bad Wilhelmshöhe
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Cromoglycinsäure ©
Wie
wirkt Cromoglycinsäure?
Mastzellen in unserem
Körper haben nichts mit dem Anlegen von Fettdepots zu tun, wie der Name
vielleicht vermuten ließe, sondern sind eine bestimmte Sorte von
Leukozyten (weiße Blutkörperchen). Sie schütten unter bestimmten
Bedingungen Histamin aus.
Histamin ist ein Botenstoff, der an
allergischen Reaktionen mitbeteiligt ist. Alle Maßnahmen, die geeignet
sind, die Histaminausfreisetzung zu verringern, wirken darum
anti-allergisch.
Die Substanz
Cromoglycinsäure ist ein solcher „Mastzellenstabilisator“, der deshalb
histaminabhängige allergische Reaktionen verhindert oder zumindest
abschwächt. In der Medizin werden Salze dieser Säure eingesetzt (Cromoglycat),
dabei meist das Natriumsalz (Dinatriumcromoglycat = DNCG). Unter diesen
Namen würde man die Substanz auf der Medikamentenpackung erkennen.
Strukturformel
von Cromoglycinsäure
Was ist
Cromoglycinsäure?
Die Cromoglycinsäure
ist eine natürliche Substanz, die aus dem Bischofskraut, einem
Doldengewächs, stammt. Synonyme für diese Pflanze sind Ammi visnaga (der
botanische Name) Ammei, Zahnstocherammei (noch heute werden im Orient
Zahnstocher daraus hergestellt) und Khella. Früher gab es einige
Phytotherapeutika aus dem Bischofskraut. Heute gibt es sie noch als
homöopathisches Einzelmittel, welches aber auch in einigen
Kombinationspräparaten vertreten ist.
Die Cromoglycinsäure
wird nicht in den Körper aufgenommen, um dort ihre Wirkung zu entfalten,
sondern wirkt an den oberflächlichen Schleimhäuten (z.B. Auge, Nase,
Bronchien, Darm). Sie wirkt nicht, wenn die allergische Reaktion bereits
eingetreten ist, da dann das Kind schon in den Brunnen gefallen bzw. das
Histamin schon aus den Mastzellen ausgetreten ist. Patienten sollten
Cromoglycinsäure also vorbeugend einnehmen, z.B. die Augen- und/oder
Nasentropfen einnehmen, bevor man den Frühlingsspaziergang in
pollenbelasteter Luft unternimmt. Die volle Wirkung setzt erst nach zwei
bis vier Wochen ein, so dass die Anwendung bereits lange vor der
„Saison“ beginnen sollte. Außerdem geht die Akutwirkung nach einigen
Stunden verloren, so dass der Patient Cromoglycinsäurepräparate am
besten viermal täglich (morgen, mittags, abends und zur Nacht) einsetzen
sollte. Viele
Allergiker warten bis zu den ersten Symptomen, nehmen es
dann auch nur ein- oder zweimal pro Tag ein („weil man sich doch nicht
zu sehr mit Medikamenten belasten möchte“) und wundern sich dann, dass
es nicht in erwarteter Weise wirkt. Daher wird dann oft zu den viel nebenwirkungsbehafteteren Antihistamika oder sogar zu
Kortisonpräparaten
gegriffen, die auch dann noch helfen, wenn bereits Histamin freigesetzt
wurde.
Da es innerlich kaum
aufgenommen wird, sind Nebenwirkungen äußerst selten und wenn, dann
meist lokaler Natur. Je nachdem, wo es eingesetzt wird, kann es
natürlich schon einmal zu Reizungen führen, wie Augenbrennen, Jucken,
Fremdkörpergefühl, Niesen, Husten, Heiserkeit, Geruchs- oder
Geschmacksirritationen. In sehr seltenen Fällen kann bei der Inhalation
auch mal ein Asthmaanfall induziert werden. Da diese Nebenwirkungen in
der Regel sehr viel geringer sind als die eigentlich zu behandelnden
Symptome, besteht ein sehr gutes Nutzen-Risiko-Verhältnis. Selbst in
Schwangerschaft und Stillzeit ist die Cromoglycinsäure nicht verboten,
die Einnahme sollte aber schon mit dem Arzt abgesprochen werden.
Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten sind nicht bekannt.
Das Bischofskraut
enthält Cromoglycinsäure
Wobei und in
welcher Form wird Cromoglycinsäure eingesetzt?
Bei allen
allergischen Reaktionen, bei denen Histamin eine Rolle spielt, kann die
Cromoglycinsäure hilfreich sein. Die Form der Anwendung richtet sich
dabei nach dem Ort des Geschehens. Die Darreichungsform ist daher in
Klammern aufgeführt:
- Asthma
(Inhalationsspray/aerosol, Kapseln zur Inhalation, Inhalationslösung)
- Allergische
Bronchitis (siehe Asthma)
- Allergische
Rhinitis (Nasentropfen/spray)
- Allergische
Konjunktivitis (Augentropfen)
Cromoglycinsäure auch als Dosieraerosol
anwendbar
Fazit –
bewährtes Mittel aus der Naturheilkunde
Bei Cromoglycinsäure
handelt es sich um das älteste, preiswerteste und nebenwirkungsärmste
Antiallergikum auf dem Markt. Dass es auch noch eine Substanz
natürlicher Herkunft ist, macht sie noch attraktiver. Meines Erachtens
nach sollten Präparate mit Cromoglycinsäure als erstes Mittel gegen
allergische Erkrankungen noch vor Antihistaminika oder
Kortison
eingesetzt werden. Wenn es richtig angewendet wird (leider ist es
einfacher eine Tablette mit einem Histaminikum einmal am Tag zu
schlucken als sich beispielsweise viermal täglich Augen und Nasen zu
tropfen), dann hat die Cromoglycinsäure bei guter Verträglichkeit auch
eine zuverlässige Wirkung.
Präparate
Bei
Lebensmittelallergien:
Dieser Artikel wird mit freundlicher Genehmigung der Zeitschrift „Naturarzt“
www.naturarzt-access.de abgedruckt.
Mit den besten Wünschen für Ihre Gesundheit
©
Dr. Volker
Schmiedel Chefarzt der Inneren
Abteilung FA für Physikalische und Rehabilitative Medizin Naturheilverfahren, Homöopathie Dozent für Biologische Medizin (Univ. Mailand).

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Aktualisiert: Juni
2010
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