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Blasenstörungen ©

Blasenentzündung - Reizblase - Blasenschwäche


Blasenstörungen - Schmerzen beim Wasserlassen

Vorhin zu lange draußen gesessen, obwohl ein kühler Wind ging: Jetzt haben Sie alle paar Minuten Harndrang und wenige Tröpfchen Urin verlassen unter Brennen Ihren Körper.

Ob Sie diesen Zustand nun „verkühlte Blase“, „Blasenreizung“ oder beginnende „Blasenentzündung“ nennen, er ist unangenehm, drängt Sie permanent auf die Toilette, wo – wenn überhaupt – wenig Urin schmerzhaft, brennend und wie mit Messern schneidend kommt. Und er tritt fast genauso oft auf wie eine Erkältung, nur sind fast ausschließlich Frauen betroffen (deren Harnröhre kürzer und dadurch anfälliger ist). In der Regel verursachen Bakterien aus Scheide und After die Schleimhautentzündung von Harnröhre und Blase, doch warum einige Frauen wesentlich anfälliger sind und immer und immer wieder unter Blasenreizungen leiden, ohne dass Bakterien zu finden sind, ist unklar: Manchmal ist die Empfindlichkeit auf die im Urin enthaltene Harnsäure sehr hoch, manchmal lösen bereits stärkere Vibrationen eine Reizung aus.

Blasenstörungen - Klassische Gegenmittel:

Sie halten sich warm, meiden Kaltes und trinken viel, um den Keimen keine Chance zu geben – doch wie unterstützen Sie Ihren Körper zusätzlich?

Fazit

Gerade wenn Sie zu Blasenreizungen neigen, ist regelmäßiges und ausreichendes Trinken das A und O – denken Sie immer daran?

Das hilft sofort - Das Akutprogramm

Auch wenn bereits jeder Gedanke an Flüssigkeit wieder zu brennendem Harndrang führt – je rascher Sie Flüssigkeit in großen Mengen zu sich nehmen, desto schwächer fällt die Blasenreizung aus. Flüssigkeit verdünnt die Konzentration an Harnsäure und anderen sauren Substanzen im Urin, die auf der Schleimhaut brennen und schmerzen; mit z. B. Natron alkalisieren Sie den Harn zusätzlich.

Nehmen Sie innerhalb der ersten 3 Stunden, sobald Sie Anzeichen einer Blasenreizung verspüren, ca. 3 Liter Flüssigkeit portionsweise zu sich (pro Stunde einen Liter in 4–5 Portionen). Die erste Tasse und dann die jeder vollen Stunde vermengen Sie mit 1 TL Natron (aus der Apotheke). Trinken Sie am besten zimmerwarmes Wasser – je weniger Kontakt Ihre gereizte Schleimhaut zu Fremdsubstanzen aus Tee oder Saft hat, desto weniger wird sie schmerzen. Wärmen Sie Ihre Harnröhre, in dem Sie eine Wärmflasche zwischen die Beine klemmen – Sie werden das Wasserlassen dann nicht mehr heiß, sondern kühl wahrnehmen. Auch ein leichtes Schmerzmittel hilft Ihnen notfalls über die unangenehmen Stunden hinweg.

 - Wasseranwendungen

Ansteigende Fußbäder (von 33 auf 40 °C in 20 min) mit Thymian-, Rosmarin- oder Beifußzusatz wärmen und wirken entzündungshemmend. Besonders intensiv ist ein Senfmehlfußbad für 10 min (3 EL Senfmehl auf 5 l sehr warmes Wasser). Alternativ nehmen Sie ein Sitzbad mit Bergamotte, Kamille, Lavendel oder Rose – Öle oder Zusätze erhalten Sie in jeder Drogerie.

 - Hilfe aus der Natur

Wenn Sie weder Wärmflasche noch Kirschkernkissen mögen, probieren Sie mal eine heiße Zwiebel- oder Kartoffelauflage. Zwiebeln grob hacken und anbraten, Kartoffeln kochen, die Substanz Ihrer Wahl kommt in eine Gefriertüte und dann zwischen Tücher so warm wie möglich auf Ihren Unterbauch.

Wenn Sie bei einer akuten Blasenreizung nicht auf Kräutertee verzichten wollen, mischen Sie Bärentraube, Quecke und Schafgarbe (aus der Apotheke) zu gleichen Teilen, geben 3 TL auf 1 l heißes Wasser, lassen den Tee 10 min ziehen und trinken stündlich einen Becher.

 - Homöopathie

Bei schneidenden Schmerzen und starkem Harndrang eignen sich Cantharis oder Aconitum D6; haben Sie stechende Schmerzen, die sich im Warmen verschlechtern, dann probieren Sie Apis D6. Werden die Beschwerden durch Kälte ausgelöst und sind Sie kälteempfindlich, ist Sarsaparilla D6 das Richtige; treten die Schmerzen dazu plötzlich auf, eignet sich Belladonna D6. Verspüren Sie zusätzlich heftigen Harndrang hilft Dulcamara D6; Capsicum D6 nehmen Sie bei permanentem, vergeblichem Harndrang.

Das hilft Ihrem Typ: Vorschläge für sehr aktive, eher ruhige oder sinnliche Menschentypen

Das aktive Programm

Für Sie ist inzwischen sogar Verreisen unerträglich, weil Ihre Harnröhre bereits auf leichte Vibrationen, z. B. bei der Reise in Auto, Bus Zug, Flugzeug, gereizt reagiert? Nehmen Sie ein weiches Sitzkissen mit und beginnen Sie bereits Tage vor der Fahrt mit einem ausgiebigen Trinkprogramm, um den Harnsäuregehalt Ihres Urins gering zu halten und Keimen keine Chance zu geben. Trinken Sie auch während der Reise viel, mischen Sie vor dem Start 1 TL Natron unter die Flüssigkeit.

Das relaxte Programm

Nehmen Sie ein heißes Bad, in das Sie einige Tropfen Öl aus Muskatellersalbei, Myrrhe, Myrte oder Niauli geben. Diese Substanzen desinfizieren und das warme Bad beruhigt Ihre Blase. Entzündungshemmend wirken auch Sandelholz und Teebaum, Thymian und Wintergrün. Wenn Sie nicht baden möchten, weil allein der Gedanke an Wasser zu erneutem Harndrang führt, massieren Sie mit diesen Ölen Ihren Unterbauch.

Das sinnliche Programm

Massieren Sie kräftig den Bereich unter Ihrer Ferse und unter dem Innenknöchel. Die dort liegenden Reflexzonen beeinflussen den permanenten Harndrang.

Blasenstörungen - Wann zum Arzt

Oft bekommen Sie eine Blasenentzündung mit den hier beschriebenen Maßnahmen in den Griff. Wenn sich die Beschwerden auch nach einigen Tagen nicht bessern, gehen Sie zum Arzt. Bei starken, hochakuten Beschwerden verschreibt Ihnen Ihr Arzt ein wirkungsvolles Antibiotikum. Besonders wenn Fieber oder Schmerzen in der Nierenregion dazukommen, kann sich die Blasen- zu einer Nierenbeckenentzündung ausweiten. Er klärt auch ab, ob nicht eine andere Ursache hinter Ihren Beschwerden steckt. Manchmal führen auch Blasen- oder Nierensteine, eine Blasenschwäche oder – bei Männern – eine Prostatavergrößerung zu Schmerzen beim Wasserlassen.

Gerade Frauen, die häufiger an einer Blasenreizung leiden, stellen rasch fest, dass die wiederholte Einnahme eines Antibiotikums Scheidenpilze begünstigt – das natürliche Milieu der Schleimhaut wird gestört, so dass sie dann auf pflanzliche Alternativen ausweichen.

Das hilft auf Dauer - Grundsätzliche Pflege

Verwenden Sie beim Waschen im Genitalbereich nur sparsam Waschlotion und benutzen Sie keine Intimsprays – alle Substanzen greifen den Säureschutzmantel an, der die Schleimhäute vor Keimen schützt.

Um keine Keime in die Harnröhre hineinzutragen, sollten Sie nach dem Stuhlgang immer von vorn nach hinten wischen – gerade bei häufigen Blasenreizungen hilft es, morgens und abends sowie nach jedem Stuhlgang kurz zu duschen. Ist das nicht möglich, wendet oft bereits ein kurzer Guss aus einer Wasserflasche (auf der Toilette zurücklehnen, einfach von oben gießen, so dass das Wasser Richtung After läuft) eine Blasenreizung ab.

Auch nach dem Geschlechtsverkehr ist eine Dusche ratsam – wenn Ihnen das zu unromantisch ist, besteht das Minimalprogramm aus „dem Wasserlassen danach“ und – wenn möglich – dem Weglassen der Unterwäsche für mehrere Stunden. So regeneriert die gereizte Schleimhaut von Harnröhreneingang und Scheide besser.

 - Hilfe aus der Natur

Schützen Sie Ihre Blase vor Keimen, in dem Sie Tees oder Getränke zu sich nehmen, deren Inhaltsstoffe keimhemmend wirken; trinken Sie genügend und sorgen Sie so für eine ausreichende Harnmenge.

Machen Sie eine mehrwöchige Kur, in dem Sie 3-mal täglich diesen Tee trinken: Mischen Sie 40 g Goldrutenkraut und Bärentraubenblätter mit 50 g Brennnesselkraut und Löwenzahnwurzeln. Geben Sie 1 TL der Mischung auf 250 ml heißes Wasser, lassen Sie den Aufguss 10 min ziehen.

Daneben gibt es verschiedene desinfizierende Fertigpräparate aus Bärentraubenblättern, Birkenblättern, Goldrutenkraut oder Kapuzinerkresse und Meerrettichwurzel, deren Einnahme über einen längeren Zeitraum einer erneuten Blasenreizung vorbeugt. Auch Cranberrykapseln helfen vorbeugend (oder Sie trinken 2-mal tgl. ein Glas Cranberrysaft.

 - Bewusst essen

Essen Sie jeden Tag Knoblauch (wenn beruflich möglich). Knoblauch wärmt von innen und hat desinfizierende Eigenschaften. Basische Lebensmittel wie Gemüse alkalisieren den Harn und nehmen ihm seine brennende Schärfe. Je saurer Sie sich ernähren, desto mehr brennt es beim Wasserlassen: Also vermeiden Sie Fleisch, Eier, Milchprodukte und Süßigkeiten.

Einige Menschen reagieren empfindlich auf Kaffee, Zitrusfrüchte, Erdbeeren, viel Pfeffer oder Curry und Süßes – meiden Sie diese Substanzen, wenn Sie oft unter unerklärlichen Blasenentzündungen leiden.

Bei ständiger Blasenreizung ist evt. Ihr Darm-Immunsystem gestört und eine Darmsanierung hilfreich.

 - Chinesische Diätetik

In der TCM setzt man bei Blasenreizung viel Gemüse und Getreide ein: Neben Fenchel, Gurke, Mais, Mungbohnen, Rettich, Staudensellerie und Tomate eignen sich Amaranth, Gerste, Hafer und Hirse. Trinken Sie dazu viel grünen Tee.

 - Vitalstoffe

Methionin (3x500 mg tgl.) säuert den Harn an und beugt so Infektionen vor.

 - Ordnung ins Leben bringen

Oft reichen bereits kalte Füße oder eine kalte Sitzgelegenheit aus, um sich die Blase zu verkühlen – achten Sie auf diese Zusammenhänge. Slips aus Baumwolle sind luftdurchlässiger und können heißer gewaschen werden – beides hemmt die Keimvermehrung.

 - Druckpunkte massieren

In der Mitte zwischen der höchsten Erhebung des Innenknöchels und der Achillessehne liegt der Punkt Niere 3 – seine Massage beeinflusst Ihre Beckenregion und hilft u.a. bei einer Blasenreizung.

Daneben aktiviert die Massage einer gedachten Linie zwischen Nabel und Schambein die Punkte Konzeptionsgefäß 2 bis Konzeptionsgefäß 8 und damit indirekt Ihre Beckenorgane – besonders Konzeptionsgefäß 4, der vom Nabel 4 Querfinger abwärts liegt, lindert Ihre Beschwerden.

 - Schüßler-Salze

Nehmen Sie täglich 20 Tbl. Nr.3, 20 Tbl. Nr.8, 10 Tbl. Nr.9 und 10 Tbl. Nr.16 (Lithium chloratum).

Mögliche Ursachen - Reizblase und interstitielle Zystitis

Gar nicht so selten finden sich auch bei wiederholten Blasenreizungen keine Bakterien, das Brennen und der Drang, Wasser zu lassen, bleibt über Monate bestehen. Bei der Reizblase steht der Harndrang im Vordergrund, verursacht wird er meist übererregbare Nervenendigungen, die die Blasenmuskulatur schon bei kleinsten Harnmengen zusammenzieht. Die interstitielle Zystitis ist eine chronische Entzündung der Harnblasenwand; die Blasenschleimhaut ist sehr dünn, alle Nerven z. B. schnell durch Urinbestandteile gereizt. Beide Erkrankungen erfordern eine ausführliche Diagnostik und anhaltende Therapie – oft ist nur die Kombination von medikamentösen Maßnahmen, psychotherapeutischer Begleitung und aktiven Selbsthilfemaßnahmen erfolgreich.

Blasenstörungen - Erschwertes Wasserlassen

In den letzten Wochen haben Sie mehrfach das Gefühl, Wasserlassen zu müssen, doch auf der Toilette dauert es dann immer, bis wirklich Urin kommt.

Vor allem Männer klagen darüber: Der Harnstrahl ist abgeschwächt, das Urinieren ist auf einmal nicht mehr selbstverständlich, sondern dauert und wird einem erstmalig als Vorgang bewusst. Später tröpfelt der Harn immer zögerlicher, obwohl Sie Harndrang haben. Meist ist die Prostata schuld. Sie liegt unter der Harnblase und nimmt im Laufe des Lebens an Volumen zu – mehr als die Hälfte aller Männer über 50 haben eine vergrößerte Prostata.

Das hilft Ihnen - Wasseranwendungen

Warme Sitzbäder oder Auflagen mit Kamille, Heublumen, Zinnkraut oder Melisse fördern die Durchblutung, beruhigen und entspannen – und erleichtern so das Wasserlassen. Auch ansteigende Sitzbäder (von 33 auf 39 °C über 20 min) mit Sandelholz-, Rosmarin- und Lavendelzusätzen haben diese Wirkung.

 - Homöopathie

Zu Sabal serrulata oder Ferrum picrinium D12 ist bei dem permanenten Gefühl zu raten, die Blase ist zu voll. Sabal serrulata nennt man wegen seiner guten Wirkung auch „homöopathischer Katheter“. Gegen die Prostatavergrößerung versuchen Sie Conium D12. Bei brennenden Schmerzen hilft Belladonna D6, bei sehr starken Schmerzen Aconitum D6. Staphysagria D12 eignet sich bei dem Gefühl, die Blase wird nicht leer.

 - Hilfe aus der Natur

Fertigpräparate aus Brennnesselwurzel erhöhen die Harnausscheidung und stoppen das Wachstum, genauso wie Präparate aus Sägepalmenfrüchten, Kürbissamen, Roggenpollenextrakt und die verschiedenen Kombinationspräparate.

Bedenken Sie bei der Einnahme pflanzlicher Mittel, dass diese zwar Ihre Beschwerden lindern, sie die bereist eingetretene Vergrößerung nicht rückgängig machen.

Trinken Sie zusätzlich viel Brennnessel- oder grünen Tee und essen Sie über einen längeren Zeitraum viel Kürbiskerne – sie unterstützen so die Wirkung der Fertigpräparate.

Ein altes Hausrezept empfiehlt allen Männern zur Vorbeugung einen Tee aus Brennnesselwurzel, Schafgarbe, kleinblütigem Weidenröschen und getrockneten Kirschenstielen (2 TL auf 250 ml heißes Wasser, 10 min ziehen lassen, morgens trinken). Tee aus Weidenröschen wirkt gerbend und somit antiseptisch – so ziehen Sie sich keine Entzündung zu.

Blasenstörungen - Wann zum Arzt

Es fällt Ihnen mehrere Tage lang schwer, Wasser zu lassen, obwohl Sie eine volle Blase haben? Ihr Arzt klärt die Ursache ab. Meist steckt eine Prostatavergrößerung dahinter, doch auch ein Blasentumor, z. B. ein Polyp oder ein Karzinom verursacht solche Beschwerden. Frauen sind von dieser Beschwerde seltener betroffen, doch auch eine nervöse Störung der Harnentleerung oder eine neurologische Krankheit verursacht Harntröpfeln.

 - Chinesische Diätetik

Laut der Ernährungslehre der TCM hemmen Weizenkeime, Vollkornreis, Sellerie und Rote Bete das Prostatawachstum.

 - Ordnung ins Leben bringen

Ernähren Sie sich mit leichter Vollkost, so vermeiden Sie Verstopfung, die die Prostata genauso reizt wie eiskalte Getränke und kalte Füße. Regelmäßiger Geschlechtsverkehr beugt einer Prostataentzündung vor.

 - Mehr Bewegung

Sowohl eine leichte sportliche Betätigung als auch Beckenbodengymnastik – mit einer gewissen Regelmäßigkeit – entspannen den Beckenboden und beugen so einer Prostatavergrößerung vor.

 - Druckpunkte massieren

4 Querfinger oberhalb der höchsten Erhebung des Innenknöchels auf der Innenseite des Unterschenkels finden Sie den Punkt Niere 8. Seine Massage hilft bei Schwierigkeiten, Wasser zu lassen, genauso wie die Massage des Punktes Niere 10, der sich bei gebeugtem Knie in der Mitte der Kniegelenksfalte zwischen den Muskelsehnen befindet.

Daneben aktiviert die Massage einer gedachten Linie zwischen Nabel und Schambein die Punkte Konzeptionsgefäß 2 bis Konzeptionsgefäß 8 und damit indirekt Ihre Beckenorgane.

 - Schüßler-Salze

Die tägliche Einnahme von 7 Tbl. Nr.1, 10 Tbl. Nr.4, 10–20 Tbl. Nr.8 und 10 Tbl. Nr.10 wirkt einer weiteren Prostatavergrößerung entgegen.

Das hilft Ihrem Typ: Vorschläge für sehr aktive, eher ruhige oder sinnliche Menschentypen

Das aktive Programm

Die Yogaübung „Knie- und Schenkelstreckung“ hält die Prostata gesund: Setzen Sie sich mit ausgestreckten Beinen und geradem Rücken hin, ziehen Sie dann die Beine an, lassen Sie sie zur Seite fallen und legen Sie die Fußsohlen aneinander. Umfassen Sie die Füße und ziehen Sie sie so weit wie möglich Richtung Schritt. Öffnen Sie dann die Schenkel und drücken Sie die Knie zum Boden. Halten Sie diese Position 20 sec, wiederholen Sie sie 5-mal. Auch das „Krokodil“ und die „Heuschrecke“ festigen und formen die Beckenorgane. Nur bei akuten Prostatabeschwerden führen Sie besser keine Übungen durch, da sie die Symptomatik verstärken.

Das relaxte Programm

Massieren Sie die Innenkante Ihrer Füße mit kreisenden Bewegungen, die dort gelegenen Reflexzonen aktivieren Ihre Prostata.

Das sinnliche Programm

Essen Sie jede Woche Tomatensalat mit Vollkornbrot. Das in Tomaten enthaltende Lycopin hemmt das Wachstum der Prostata – genau wie das Zink aus Vollkornprodukten.

Mögliche Ursachen - Prostatavergrößerung

Die Prostata liegt unter der Harnblase und umschließt die Harnröhre – wenn sie an Volumen zunimmt, wird es für die Harnröhre eng, der Urin fließt erst langsamer, später nicht mehr vollständig aus der Blase ab: Ständiger Harndrang und die Gefahr einer Infektion nehmen zu. Ist die Harnröhre fast vollständig verschlossen, ist sogar ein Harnstau bis in die Nieren möglich, was zum Nierenversagen führen kann und dringend ärztlich behandelt werden muss. Da sich eine Vergrößerung früh bemerkbar macht, kann das weitere Wachstum meist verhindert oder wenigstens verlangsamt werden: Leider vermögen weder Medikamente wie Alpharezeptorenblocker oder 5-Alpha-Reduktase-Hemmer noch pflanzliche Präparate die bereits vergrößerte Prostata wieder zu verkleinern, nur neues Wachstum wird verhindert oder verzögert. Besteht ein Harnstau oder eine Gefahr für die Nieren, wird die vergrößerte Prostata mit einem Laser oder operativ entfernt.

 - Blasenschwäche

Sie lachen lauthals über eine wirklich lustige Begebenheit, die Ihnen eine Freundin am Telefon erzählt. Und merken sofort, dass mit Ihrer Blase nicht zu spaßen ist – durch den Druck der Bauchpresse verlässt etwas Urin Ihren Körper.

Unwillkürlicher Harnabgang – so nennt man sie auch, die Blasenschwäche, die je nach Schweregrad und Ursache in verschiedene Formen unterteilt wird. Am häufigsten tritt sie unter Belastung auf – beim Niesen, Husten, Lachen ist der Druck im Bauchraum erhöht und spontan geht etwas Urin ab: Immerhin ist fast jede dritte Frau über 50 betroffen. Oft kündigt sich diese Form dadurch an, dass man oft kleinere und größere Portionen Wasser lassen muss und evt. ein unbestimmtes Druckgefühl im kleinen Becken verspürt. Andere Frauen klagen über plötzlichen, unwiderstehlich starken Drang, Wasser zu lassen, der zunehmend unkontrollierbar wird – erst nachts, später auch tagsüber muss sofort Wasser gelassen werden oder es wird eingenässt. Ein ähnliches Gefühl tritt bei einer Blasenentzündung auf, wenn die Schleimhaut der Harnwege gereizt ist.

Blasenstörungen - Klassische Gegenmittel:

Ein trainierter Beckenboden beugt einer Blasenschwäche vor – gerade mit zunehmendem Alter und nach mehreren Schwangerschaften ist Beckenbodentraining sehr wichtig, doch es gibt noch andere Tipps.

Fazit

Gerade eine beginnende Blasenschwäche beeinflussen Sie durch Ihr Verhalten stark – und zwar in beide Richtungen.

Das hilft sofort - Wasseranwendungen

Heiße und kalte Sitzbäder verbessern die Durchblutung Ihrer Beckenorgane mitsamt der Muskeln und Nerven, beruhigen kurzfristig eine Reizblase und unterstützen langfristige Maßnahmen.

 - Homöopathie

Nux vomica D12 hilft Ihnen, wenn Sie ständig Harndrang verspüren und nervös sind, Causticum D12 eignet sich, wenn Ihr Blase bei Belastung schwächelt. Probieren Sie Pulsatilla D12, wenn es im Liegen schlimmer wird, und Sepia D12 bei einer Blasensenkung.

Das hilft Ihrem Typ: Vorschläge für sehr aktive, eher ruhige oder sinnliche Menschentypen

Das aktive Programm

Fragen Sie in Ihrem Bekanntenkreis, wer schon mal beim Osteopathen war. Sie werden überrascht feststellen, dass Sie nicht die erste sein werden, die sich mit dem Gedanken trägt. Oft beeinträchtigen Verklebungen zwischen Kreuzbein und dem die Beckenorgane versorgenden Nervengeflecht die Blasen- und Nierenfunktion – ein Osteopath löst die Verklebungen mit gezielten Griffen und stellt so die Funktion dieser Strukturen wieder her.

Das relaxte Programm

2 Querfinger unterhalb der höchsten Erhebung Ihres Innenknöchels finden Sie den Punkt Niere 6 – seine Massage und die des Punktes Niere 3 beeinflusst Ihre Beckenregion und hilft u.a. bei Senkungsbeschwerden.

Daneben aktiviert die Massage einer gedachten Linie zwischen Nabel und Schambein die Punkte Konzeptionsgefäß 2 bis Konzeptionsgefäß 8 und damit indirekt Ihre Beckenorgane.

Das sinnliche Programm

Die TCM (Traditionelle Chinesische Medizin) sieht in einer Blasenschwäche einen Mangel an Milzenergie, den sie mit verschiedenen Lebensmitteln behebt, um die Beckenorgane wieder anzuheben. Kochen Sie eine Hühnersuppe mit z. B. Esskastanien, Fenchel, Lauch und Mais; streuen Sie etwas Zimt auf Ihr Müsli, das Rosinen und Walnüsse enthalten sollte. An Obst sind Kirschen und Himbeeren geeignet; an Fleisch Lamm und Wild. Grundsätzlich helfen Ihnen wärmende, leicht geschärfte Speisen. Haben Sie eine Reizblase? Dann essen Sie viel Mais und Milchreis.

Blasenstörungen - Wann zum Arzt

Sobald aus Ihrer Blase mehrfach unwillkürlich Harn abgeht, klärt Ihr Arzt die Ursache ab. Meist wissen Sie bereits, welche Faktoren Ihre Beckenorgane überstrapaziert haben – ob Schwangerschaften, schwaches Bindegewebe, Übergewicht oder die langjährige schlechte Angewohnheit, den Harndrang zu missachten, was oft zu nervösem Harnverhalten führt. Er klärt Sie bei beginnender Blasenschwäche über den harmlosen, doch meist chronischen Charakter Ihrer Beschwerden auf und legt mit Ihnen gemeinsam fest, welche Maßnahmen außer forciertem Beckenbodentraining Sie ergreifen sollten.

Das hilft auf Dauer - Ordnung ins Leben bringen

Machen Sie ein Blasentraining: Entleeren Sie Ihre Blase regelmäßig nach der Uhrzeit, stellen Sie sich dafür einen Wecker. Dehnen Sie die Abstände zwischen den Toilettengängen über Wochen immer weiter aus. Trinken Sie gleichzeitig mehr. So wird Ihre Blase trainiert. Wenig Trinken fördert eine Blasenschwäche, da die Blasenwandmuskulatur verkümmert. Kaufen Sie sich Slipeinlagen – inzwischen gibt es sehr dünne, die optisch nicht von normalen Slipeinlagen zu unterscheiden sind. So fühlen Sie sich sicherer, auch wenn Sie z. B. mal herzhaft lachen oder nicht schnell genug eine Toilette aufsuchen können.

Übergewicht begünstigt eine Blasenschwäche, da jedes Gramm zuviel auf Ihren Beckenboden drückt; meiden Sie auch hohe Absätze und am Bauch einschnürende Kleidung, denn diese belasten Ihren Beckenboden zusätzlich.

Achten Sie auf eine geregelte Verdauung – jeder Pressvorgang bei Verstopfung „leiert“ Ihren Beckenboden aus.

Mehr Bewegung für den Beckenboden

Beckenbodengymnastik sollte am besten vorbeugend zur täglichen Routine gehören – selbstverständlich ist sie nach Schwangerschaften und bei Übergewicht. Das Gute daran: Man kann sie überall durchführen – und hat somit auch keine Ausrede. Üben Sie die Anspannung Ihrer Beckenbodenmuskulatur auf der Toilette, indem Sie bei prall gefüllter Blase und ausgeprägtem Harndrang Ihren Harnstrahl mehrfach unterbrechen. Das führen Sie dann mehrmals am Tag trocken fort, denn Ihre Blase reagiert mit nervösen Störungen, wenn Sie sie auf Dauer mit Unterbrechungen beim Wasserlassen reizen. Alternativ stellen Sie sich vor, Ihre Scheide und Ihr After sind kleine Lastenaufzüge, in denen schwere Kisten stehen. Fahren Sie die „Aufzüge“ jetzt erst in den 1. Stock, dann in den 2. und 3. Stock und wieder zurück. Im jedem Stockwerk werden „Kisten entladen“ – also kurz innehalten. Das Bild eignet sich besonders, wenn Sie täglich mehrmals Lift fahren: Es wird Sie an Ihre Gymnastik erinnern. Wenn Ihnen das Bild der Aufzüge nicht behagt, nehmen Sie ein anderes: Hauptsache, es führt zur regelmäßigen Gymnastik.

Wenn Sie sich unsicher sind, ob Sie wirklich den Beckenboden anspannen, belegen Sie einen Kurs in VHS, Krankenhaus oder Hebammenpraxis – daneben stärken auch Bauchtanz, Yoga oder Rock n’Roll den Beckenboden.

 - Yoga

Der „Baucheinzieher“ kräftigt alle Organe und Muskeln im Unterleib und verhilft auch noch zu einem flachen Bauch: Gehen Sie in den Vierfüßlerstand. Atmen Sie tief ein und ganz tief aus. Atmen Sie dann während der Übung nicht; es ist wichtig, dass Sie wirklich nach dem Ausatmen beginnen. Entspannen Sie Ihren Bauch und ziehen Sie Ihren Bauchnabel dann zur Wirbelsäule, halten Sie ihren Bauch dort kurz und lassen Sie ihn dann wieder nach unten schnellen. Ziehen Sie ihn wieder schnell ein, halten Sie ihn kurz so und lassen Sie ihn herausschnellen. Wiederholen Sie das 5-mal und steigern Sie die Wiederholungen innerhalb von 4 Wochen auf 10 – aber immer in der einen Atempause. Wiederholen Sie diesen Vorgang 3-mal hintereinander und am besten mehrfach täglich.

 - Hilfe aus der Natur

Trinken Sie beruhigenden Hopfentee, wenn Sie unter ständigem Harndrang leiden – alternativ fertigen Sie sich aus Hopfen, Frauenmantel und Johanniskraut eine wärmende Auflage an.

Kürbissamen helfen nicht nur bei Prostatabeschwerden, sondern auch bei Blasenschwäche, da sie die Harnabgabe regulieren – streuen Sie sich geröstete über Ihr Essen oder kaufen Sie ein Fertigpräparat. Auch Kombinationspräparate aus Ginkgo, Frauenmantelkraut und Traubensilberkerze helfen Ihrer Blase.

 - Biofeedback nutzen

Unterstützen Sie Ihre Beckenbodengymnastik durch Elektrostimulation: Eine in die Scheide eingeführte, tamponartige Sonde sendet kurze elektrische Impulse, die die Muskeln zur Kontraktion anregen. Über dieses Biofeedback-Verfahren informiert Sie Ihr Arzt ausführlicher.

 - Schüßler-Salze

Bei einer Senkung nehmen Sie tgl. 20–30 Tbl. Nr.1, 10 Tbl. Nr.9 und 7 Tbl. Nr.11. Geht manchmal bereits unfreiwillig etwas Harn ab, helfen 7 Tbl. Nr.1, 10 Tbl. Nr.8 und 20 Tbl. Nr.10 tgl. Um Ihre Reizblase zu stärken, eignen sich 7 Tbl. Nr.1, 10 Tbl. Nr.3, 30 Tbl. Nr.8 und 10–20 Tbl. Nr.9.

 - Bach-Blüten

Oft helfen Mimulus, Walnut und Crab Apple.

Drohende Folgen - Harninkontinenz

Das Unvermögen, seine Blase zu kontrollieren (Inkontinenz), löst verständlicherweise hohen Leidensdruck aus – Urin wird an der Luft von Bakterien zersetzt – der typische, unangenehme Geruch entsteht. Zwar existieren diverse relativ luftdichte Einlagen, Vorlagen und Windelfabrikate, doch vermitteln diese dem Betroffenen selten ein sicheres Gefühl. Liegt der Inkontinenz eine Senkung der Beckenorgane zugrunde, verändert sich die Lage von Blase und Harnröhre zueinander – der defekte Schließmechanismus wird heute meist durch eine kleine Operation behoben, bei der eine U-förmige Kunststoffschlaufe die Harnröhre wieder in die richtige Position rückt. Ist die Inkontinenz auf unwiderstehlichen Harndrang zurückzuführen, helfen Medikamente, die die Muskulatur entspannen oder ihre Spannkraft verbessern.

Blasenstörungen - Harnsteine

Zu viele ausscheidungspflichtige Substanzen – wie Harnsäure aus dem Eiweißstoffwechsel – übersättigen den Urin – es bilden sich Kristalle, Nierengrieß, kleine Steine. Die Gefahr steigt, wenn zu wenig Flüssigkeit die Nieren durchspült. Kristalle und kleinste Steinchen passieren noch unbemerkt die dünnen Harnleiter, ab einer gewissen Größe verstopfen Sie diesen jedoch, was einen Harnstau auslöst oder zu wellenartigen Schmerzen führt, wenn die Harnleitermuskulatur den Stein in Richtung Blase drückt. Viel trinken und Bewegung bewirken oft, dass kleinere Steine den Körper verlassen, bei größeren muss oft der Arzt intervenieren – ob mit Ultraschallzertrümmerung oder operativ, hängt von Größe, Steinzusammensetzung und Lage ab. Hinterher zeigt die kristalline Steinstruktur, aus welchen Bestandteilen der Stein besteht: Das ist insofern wichtig, als dass Sie die Entstehung neuer Steine in Grenzen durch Ihr Essverhalten beeinflussen – einige Arten bilden sich eher in saurem, andere in alkalischem Harn. Fragen Sie Ihren Arzt, welche Lebensmittel Sie in Zukunft besser meiden.

Dieser Artikel stammt aus meinem neuen Buch "Natürlich gesund" und wird hier mit freundlicher Genehmigung der MVS Medizinverlage Stuttgart, Haug Sachbuch abgedruckt http://www.haug-gesundheit.de

Mit den besten Wünschen für Ihre Gesundheit  

 © Dr. Volker Schmiedel
Chefarzt der Inneren Abteilung
FA für Physikalische und Rehabilitative Medizin
Naturheilverfahren, Homöopathie
Dozent für Biologische Medizin (Univ. Mailand).

Animationen animierte Augen

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Natürlich gesund

ISBN: 9783830422211
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CHF 42,40 (CH/UVP)

 

Volker Schmiedel

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Zur Klärung weiterer medizinischer Fragen und Behandlungs- bzw. Therapiemöglichkeiten stehe ich Ihnen im persönlichen Gespräch gerne zur Verfügung. Bitte vereinbaren Sie zuvor einen Termin in der naturkundlichen Privatambulanz. 

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Aktualisiert: Juni 2010

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